Jahrhundertsturm auf Mallorca
Mallorca hat es dieses Jahr sehr hart getroffen. Bereits im August gingen nacheinander ein Tornado über Pollensa der in der Bucht von Formentor ein Schiff zum kentern brachte und in der Cala San Vincente einige Dächer abgedeckt hat. Nur eine Woche danach fegte ein Orkan mit mehr als 12 Bft. über die Bucht von Pollensa, also zu einer Zeit im Sommer wo das bereits sehr ungewöhnlich ist.
Richtig hart kam es dann aber im November. Es war der schlimmste Sturm seit mehr als 50 Jahren: Ein Orkan fegte an einem Wochenende über Mallorca und die Nachbarinseln hinweg und wiederholte
sich am darauf folgenden Mittwoch in schwächerer Form. Er forderte vier Todesopfer. Das Ausmaß der Schäden, die Windböen von über 130 Stundenkilometern und anhaltende Niederschläge verursacht haben, war auch knapp eine Woche nach Beginn des Chaos noch nicht zu beziffern. Mehr als 75.000 Bäume wurden entwurzelt oder knickten ab, ganze Strände wurden vernichtet, Felder zerstört. Tausende Menschen waren zeitweise ohne Strom und Verbindung zur Außenwelt.
Dramatische Szenen spielten sich während des Orkans am Wochenende mit Scwerpunkt an der Nordostküste Mallorcas ab. Der Privathafen Cocodrillo in der Bucht von Pollença wurde erheblich zerstört, der Schaden soll nach Schätzkung 300 Millionen Pesetas betragen. Mehr als ein Dutzend Boote sind dort gesunken.
Sehr schlimm getroffen wurde auch die Ankerbucht von Pollensa. Dort sind mehr als 30 Yachten gestranded und viele weitere sind gesunken. Auf dem Meer war die Situation am Samstag am bedrohlichsten. Vor dem Cap Formentor wurden Wellen mit einer mittleren Höhe von zehn Metern gemessen. Die größten dürften zwölf, dreizehn Meter hoch gewesen sein. Etliche Male mussten die Rettungsschiffe und Helikopter der Behörde ausrücken, um Menschen im Unwetter aus Seenot zu retten.
( Die Bilder wurden uns zur Verfügung gestellt von Andreas Sanmann von
Poolyachts
)
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