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Quo vadis, Mallorca?

Eifrig haben die Politiker daran gebastelt, den Pauschaltourist zu vergraulen. Langsam zeigen sich erste Früchte dieser nicht leicht nachzuvollziehenden Politik. Hoteliers beklagen Umsatzrückgänge, Betten stehen leer. In der Gemeinde Muro schliessen die ersten Hotels, andere schicken ihr Personal in Urlaub, mangels Beschäftigung. Oft genug hat man betont, man wünsche keine Ballermanntouristen mehr, die dem Image der Insel Schaden zufügten, sondern wolle vermehrt auf Golf-und Yachttouristen, also sogenannten High-Quality-Tourismus setzen. Das Schicksal der kleinen und mittelständigen Hotels ist dabei den Landesvätern- und -müttern offensichtlich gleichgültig.

Ebenso auf der Abschussliste steht der normale Segler, sei es der Eigner, der sein Boot hier liegen hat und ein paar Wochen Urlaub verbringt, oder gar der offensichtlich heftig unerwünschte Fahrtensegler, der doch tatsächlich davon ausgeht, in den Buchten Mallorcas frank und frei seinen Anker versenken zu könnnen. Dem muss nun endlich ein Riegel vorgeschoben werden, plant man doch, nur noch zahlungskräftige Urlauber anzuziehen.

Dazu legt man in den sichersten Ecken der Insel, Porto Colom, Porto Soller, Porto Pedro und nun auch Formentor kostenpflichtige Bojen aus, möglichst wenige natürlich, damit, da man gleichzeitig freies ankern verwehrt (Cala Formentor!) dem Segler nichts anderes übrigbleibt, als in einen der überteuerten Häfen zu gehen.

Allerdings ist auf der anderen Seite diese Art der (günstigen) Bojen schon auch ein zusätzlicher Sicherheitsfaktor für den etwas ungeübteren Charterurlauber, der sich damit Sicherheit für sich und seine Urlaubsyacht erkauft.

Noch darf man wenigstens in Puerto de Pollensa ankern, aber bei der derzeit angesagten Politik der Vertreibung von nicht konsumorientierten Seglern kann es auch hier nicht mehr lange dauern und der normale Fahrtensegler kommt sich vor wie der Dackel vor dem Metzgerladen, frei nach dem Motto
"wir dürfen hier nicht rein".......

Dabei muss man der mallorcinischen Bevölkerung zugute halten, dass sie die Vorgehensweise ihrer Politiker genausowenig versteht und durchaus die für sie nachteiligen wirtschaftlichen Verluste sieht.
Sich auf einer kleinen Insel, die kaum nennenswerte andere Wirtschaftszweige hat, den florierenden Tourismus als Einnahmequelle zu versauen, ist kurzsichtig und wird sich auf Dauer rächen.

Einzig die Residenten, die hier ihre Zweitwohnsitze haben,
dürfte dies freuen, wird es doch ruhiger auf der Insel!

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