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Iranische Marine nimmt fünf britische Segler fest
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01-12-2009
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Persischer Golf
Iranische Marine nimmt fünf britische Segler fest
Sie waren auf ihrer Yacht unterwegs von Bahrain nach Dubai - da wurden sie gestoppt: Die iranische Marine hat nach Angaben des Außenministeriums in London fünf britische Segler festgenommen und ihr Boot konfisziert. Womöglich waren sie in Hoheitsgewässer der Islamischen Republik geraten.
London - Der iranische Staat hält dem britischen Außenministerium zufolge fünf britische Segler fest. Mit ihrer Yacht seien sie von Bahrain nach Dubai gesegelt, als sie von der iranischen Marine gestoppt und in Gewahrsam genommen wurden, teilte das Ministerium mit. Möglicherweise seien die Briten unbeabsichtigt in iranische Hoheitsgewässer gelangt.
Den Angaben zufolge gibt es einen "begrenzten indirekten Kontakt" zu der Gruppe. Allerdings sei nicht klar, wo genau sie sich aufhielten und ob sie in einem Gefängnis festgehalten würden. Die Briten seien bei guter Gesundheit und ihre Familien informiert. "Ich hoffe, diese Angelegenheit wird bald geklärt sein", sagte der britische Außenminister David Miliband. "Unser Botschafter in Teheran hat diese Frage mit Irans Außenministerium und wir haben dies auch mit der iranischen Botschaft in London besprochen."
Der Vorfall ereignete sich bereits am 25. November. Die Besatzung wollte offenbar an dem darauffolgenden Tag an der Segelregatta von Dubai nach Muscat teilnehmen. Ihr Boot gehörte zum Segelprojekt Sail Bahrain, der Name der Yacht wird mit "Königreich von Bahrain" angegeben.
Immer wieder Festnahmen westlicher Bürger
Es ist nicht der erste Zwischenfall auf See, der Spannungen zwischen Iran und Großbritannien auslöst. Im März 2007 stoppten iranische Revolutionsgarden im Norden des Persischen Golfs ein Schiff der britischen Marine und nahmen 15 britische Soldaten an Bord fest. Ihnen wurde vorgeworfen, in iranische Hoheitsgewässer eingedrungen zu sein. Die britische Regierung wies dies zurück. Nach knapp zwei Wochen Haft wurden die Briten freigelassen und konnten in ihre Heimat zurückkehren. Später berichteten sie, zu falschen Geständnissen gezwungen worden zu sein.
Im Juni 2004 wurden laut "Guardian" außerdem sechs Angehörige der britischen Marine drei Tage festgehalten. Sie hatten irakische Sicherheitskräfte nahe der Grenze zu Iran trainiert. Zwei Jahre später musste sich auch ein Deutscher in der Islamischen Republik vor Gericht verantworten. Ihm wurde vorgeworfen, zusammen mit einem französischen Segler die iranischen Hoheitsrechte in der Straße von Hormus verletzt zu haben, das Ringen um seine Freilassung überschattete lange die deutsch-iranischen Beziehungen.
Auch in jüngster Zeit gab es ähnliche Vorfälle. Iranische Sicherheitskräfte griffen im Juli dieses Jahres drei Rucksacktouristen aus den USA im Grenzgebiet zum Irak auf. Sie hätten sich trotz Warnungen dem iranischem Staatsgebiet genähert, lautete die Erklärung. Später wurden sie als Aufwiegler beschimpft. Zur gleichen Zeit wurde auch die französische Universitätsdozentin Clotilde Reiss infolge der Proteste gegen die Fälschungen bei der Präsidentschaftswahl festgenommen - sie wurde im August gegen Kaution freigelassen.
Atomstreit mit Iran spitzt sich zu
Schon Ende Oktober hatten sich die britisch-iranischen Beziehungen deutlich verschlechtert. Damals wurde ein Mitarbeiter der britischen Botschaft in Teheran zu vier Jahren Haft verurteilt, weil er gegen den Wahlbetrug protestiert hatte - Hossein Rassam wurde wegen Anstiftung zur Gewalt für schuldig befunden. Außenminister Miliband bestellte damals den iranischen Botschafter in London mit der Aufforderung ein, den Vorgang zu erklären. "Dies wird als Angriff auf das gesamte diplomatische Korps im Iran angesehen - wichtige Grundsätze stehen auf dem Spiel", hieß es damals in der Erklärung Milibands.
Derzeit belastet vor allem der festgefahrene Atomstreit mit Iran die Beziehungen des Landes mit dem Westen. Miliband kritisierte die Führung der Islamischen Republik am Sonntag für ihre Haltung. Die Regierung würde lieber "provozieren und täuschen", statt konstruktive Gespräche zu führen.
Teheran hatte angekündigt, zehn neue Anlagen zur Urananreicherung bauen zu wollen. Für fünf davon sollen die Arbeiten demnach bereits in den nächsten beiden Monaten beginnen. Der Uno-Sicherheitsrat und die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) hatten das Land in der Vergangenheit mehrfach zum Stopp der Urananreicherung aufgefordert, was Teheran stets ignorierte. Stattdessen warnte Parlamentssprecher Ali Laridschani, die iranische Regierung könnte die Zusammenarbeit mit der IAEA "ernsthaft" reduzieren.
kgp/dpa/AP/AFP/Reuters
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