Eine gewaltige Flutwelle hat am 16.6.06 auf Menorca grosse Verwüstungen angerichtet. Im Hafen von Ciutadella sanken 30 Boote, über 100 wurden beschädigt, teilweise schwer
Gerade in Ciutadella sind diese Flutwellen seit Menschengedenken ein bekanntes Problem.
Das steckt dahinter:
die Rissaga
Im Hafen von Ciutadella kann es unter Umständen zu einem Ereignis kommen, das es eigentlich im „stillen", fast gezeitenlosen Mittelmeer nicht geben sollte.
Wenn mehrere meteorologische Konstellationen (wie z. B. Windrichtung, Mondphase, atmosphärischer Druck etc.) zusammenkommen, kann eine Rissaga ausgelöst werden.
In gemächlichem Rhythmus beginnt das Wasser in dieser engen, fjordähnlichen Bucht regelrecht zu „schwappen": Zunächst wird es herausgesaugt, um dann als Flutwelle wieder zurückzukehren. Dabei kann es manchmal zu großen Schwankungen kommen: Wenn das Wasser aus dem Hafenbecken abgelaufen ist, senken sich die Boote im hinteren Hafenbereich bis auf den dann trockenen Grund ab, um anschließend von der nächsten wieder einlaufenden Welle erfasst zu werden.Glücklicherweise tritt eine solche Rissaga selten, nur ein- bis zweimal im Jahr, auf. Außerdem sind sie meistens nur wenig ausgeprägt, so dass man sie manchmal kaum wahrnimmt. Wissenschaftlicher aus aller Welt bemühen sich bis heute, die Gründe zu erforschen und ein Vorwarnsystem einzurichten. Die letzte große Rissaga hatte es im Jahre 1984 gegeben, als Millionenschäden an Bars, Restaurants und Booten entstanden, verursacht durch die meterhoch über die Kaimauer einrollenden Flutwellen.
(Quelle: http://www.menorca-info.de
Wenngleich die Einwohner von Ciutadella mit dem Phänomen der "rissaga" vertraut sind, so sei doch das diesjährige Ereignis laut Aussagen des Bürgermeisters eine Katastrophe im Ausmass der Schäden.
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