Auf dem Weg von Athen in Richtung Argolischer Golf gibt es einige sehr schöne Häfen und Buchten.

Wer nicht unbeding großen Wert darauf legt, sollte den Hafen von Ägina vermeiden (unruhiger Fährhafen)

und lieber zu einem schönen und geschützten Ankerplatz weiterfahren am Südwestzipfel der Insel hinter der kleinen Insel Marathonos. Alternativ auf dem Peloponnes die 100% geschützte Bucht von Korphos, genau westlich von Ägina oder der Hafen von Palaia Epidauros – Ausflug mit dem Taxi zum Theater von Epidauros—Taxipreis vor der Fahrt aushandeln !!

Ein Geheimtip ist der Minihafen von Vathy an der Westseite der Halbinsel Methana - sehr zu empfehlen, total ruhig, auch der selbsgemachte Wein in der Taverne ist nicht zu verachten, aber nicht am Wochenende.

Grundsätzlich sollte man sich im gesamten Revier am Samstag und Sonntag möglichst auf´s Ankern einrichten, weil am Wochenende die Athener Armada sämtliche Häfen überfüllt !!

Die nächste Station Richtung Argolischer Golf ist der Hafen von Methana (Heilbad mit starkem Schwefelgeruch), empfehlenswerter ist die Insel Poros. Hier gibt es inzwischen eine lange Mole wo wie üblich mit Buganker und Heckleinen festgemacht wird. Achtung genug Kette stecken und den Anker gut eingraben, die Heckleinen auf größtmöglichen Abstand einstellen – ca. stündlich kommen Fähren aus Athen, die am Molenkopf anlegen und dabei heftigen Schwell erzeugen – die vorbeifahrenden Kleinfähren Poros-Galatas sind dagegen harmlos.

Es gibt in der gesamten Innenbucht von Poros schöne Ankerbuchten – aber auch hier gibt es bis 23°° Uhr Schwell der vorbeifahrenden Fähren.

Poros lädt zu einem Spaziergang durch die schönen Gassen ein und von erhöter Warte hat man einen wunderschönen Blick über die gesamt Bucht.

Der nächste und mit bekannteste Anlaufpunkt ist die Insel Hydra. Nur frühes Einlaufen sichert einen Platz an der Mole, gegen Abend ist Liegen in 2 – 3 Reihen voreinander üblich. Hydra ist bis auf Müll- und Feuerwehr-Auto- und Zweiradfrei (auch keine Radfahrer) der gesamte Verkehr wird mit Handwagen, Maultieren und Eseln erledigt. Ein längerer Spaziergang durch die romantischen Gässchen sollte zum Besuch dazugehören und je höher man steigt desto atemberaubender wird die Aussicht.

Vorsicht bei starkem Nordwind, dann steht u.u. starker Schwell in den Hafen und nur die Nordmole ist brauchbar um im Hafen festzumachen, dann ist eine kleine Ankerbucht neben dem Inselchen Soupia an der Peloponnes Südostecke empfehlenswert.

Alternativ Weiterfahrt nach Dokos, hier kann man auch bei Nordwind in der Nordbucht einen geschützten Ankerplatz finden, im Sommer ist eine Taverne am Ufer in Betrieb. Eine weitere Alternative ist der Hafen von Ermioni, leider ist durch die heimischen Fischerboote sehr wenig Platz an der Mole, allerdings gute und sichere Ankermöglichkeit gleich außerhalb des Hafens.

Der nächste sehr beliebte Anlaufpunkt ist die Insel Spetses – auch hier gilt, nur frühes Einlaufen sichert einen ruhigen Molenplatz (im Bereich der Tankstelle im Innenhafen/alten Hafen) An den vorgebauten Molen am Nordende der Stadt je nach Wind unruhiges Liegen.

Empfehlenswert ist eine Inselumrundung mit Leihmoped. Der Fussweg vom alten Hafen in die Stadt dauert ca. 15 Min., man kann auch mit der Pferdekutsche oder dem Taxi fahren. Wenn kein Meltemi ist, kann man sehr schön in den Nordbuchten der Insel ankern, in der Mittelbucht ist seit 1997 eine Taverne geöffnet.

Gegenüber liegt die Bucht von Porto Heli mit Hafen und Ankermöglichkeiten, geschützt gegen Winde aus allen Richtungen. In der Einfahrt nach Porto Heli sowie in Nördlicher Richtung liegen mehrere gut geschützte Ankerbuchten für fast jede Windrichtung – überall ist mit Schwell von vorbeifahrenden Fähren und Yachten zu rechnen, Ausnahme ein kleine Bucht bei der Insel Korokonisi ca. 4,5 sm nordwestlich von Porto Heli, gleich hinter dem Kap Korakas.

Der nächste Hafen ist Kilada, ca. 5 sm nordöstlich von Kap Korakas, nicht unbedingt empfehlenswert, da hauptsächlich von einer großen Fischereiflotte belegt. Gute Reparaturmöglichkeiten für Holzschiffe, mehrere Werften, allerdings auf Fischerboote spezialisiert. Lohnenswert ist ein Besuch einer großen eigestürzten Höhle, nur wenige Kilometer von Kilada entfernt.

Eine kleine Ankerbucht gibt es an der Ostseite der Insel Ipsili – Viel Kette auf 20 –15 m und Heckleine an Land garantiert schönes liegen außer bei –sehr seltenem- Ostwind (nur bei heranziehendem Tief).

Weiter geht´s zur Bucht von Vivari (Heimathafen des Autors). Am Ende der Bucht gibt es eine kleine Mole, deren Kopf und die ersten Meter der Westseite für Gastlieger frei sein sollten – Buganker Heckleine.

Allerdings ist im nahen Umkreis der Mole auch reichlich Platz zum Ankern auf 12 – 6 m vorhanden.

Wasser von der Taverne "Gorgona / Meermaid" der Chef bestellt auch Diesel und Eis und stellt, wenn nicht alle Zimmer belegt sind, auch eine Duschmöglichkeit.

Der Nächste überwiegend von Fischebooten belegte Hafen ist Tolo ("Klein Benidorm") Viel Betrieb, viele Tavernen, viel Tourismus. Ankern in der Südbucht der vorgelagerten Insel Romphi nur vom späten Abend bis Mittags, ab Mittag sehr unruhig durch Südwind.

Dann kommen wir zum Ende des Golfes – Nafplion von der Imposanten Burg überragt und von der Henkersinsel Bourzi bewacht. Großer Hafen, leicht unruhig bei starken Nordwind aber sicher. Die Erste Hauptstadt des modernen Griechenlands. Die Stadt hat sich in den letzten Jahren sehr zum Vorteil verwandelt, viele der alten Häuser wurden restauriert und das Stadtbild ist mit viel grün aufgelockert worden.

Ein Spaziergang durch die Stadtgassen sowie der Besuch der Festung – für sportliche über die berühmten

999 Stufen zu Fuß – über der Stadt lohnen sich.

Wieder in Richtung Süden ist Astros der nächste Hafen auf der Westseite des Golfes. Sehr gut geschützt durch die Mole, möglichst innerhalb des kleinen Molenknick´s festmachen (am Ende der Mole unfreiwillige Duschen am Nachmittag durch Wellenschlag).

Weiter geht´s nach Süden, die nächste Möglichkeit zum Festmachen bzw. Ankern ist die Bucht von Tyros.

Allerdings ist die Mole meistens voll belegt durch Fischerboote und der Kopf muss freibleiben für die Flying Dolphin´s, im Ankerbereich liegen viele Bojen von Fischerbooten (wenig Platz zum schwojen) und über den Vorgelagerten Mühlenhügel rauschen bei Südwind sehr heftige Fallwinde in die Bucht.

Weiter geht’s zur Bucht von Leonidion. Hier gibt es die Möglichkeiten am Südende wie auch am Nordende der Bucht an kleinen Molen festzumachen oder zu ankern. Auf die Windrichtung ist zu achten, da die Bucht insgesamt sehr offen ist.

Ruhiges Liegenverspricht ca. 5sm südlich die schöne Bucht von Phokianos – allerdings ist die in den Hafenhandbüchern angedeutete Wespenlage 100 % Realität. Die Wespen sind allerdings nicht agressiv und stechen nicht einfach los und wirklich wild geht es nur rund, wenn das Essen auf den Tisch kommt.

Keine Taverne und keine bewohnten Häuser weit und breit.

Weitere 8sm Meilen südlich kann man schön ankern in der Bucht von Kiparissia, allerdings war die Nachtruhe in der letzten Saison (´98), durch die an der Nordseite der Bucht liegende Taverne, durch übermässig laute Musik von ca. 10°° Uhr Abends bis zum Morgengrauen, stark gestört. Empfehlung: Die Südseite der Bucht zum Ankern wählen.

Der nächste schöne Anlaufpunkt ist der Golf von Gerakas. Ruhiges Liegen an der Mole, -achtung Platz für den Flying Dolphin freilassen- gute Tavernen und Landschaftlich reizvolle Umgebung.

Etwas weiter kommt die Bucht Kremmidi, wo im Nordende gut geschützte, ruhige Ankerbuchten liegen.

Das Südende der Bucht wird gebildet durch die Vorgelagerte Insel von Monemwassia.

Ein Besuch von Monemwassia ist unbedingt zu empfehlen. Seit einigen Jahren ist der südlich der Insel gelegene Yacht und Fischerhafen in Betrieb, in dem man meistens einen Liegeplatz finden kann.

Ein Besuch der Insel-Altstadt gehört zum Programm in Monemwassia, über eine Treppe gelangt man auf den Gipfel der Insel, auch hier zeugen noch Ruinen von früher Besiedlung.

Von Monemwassia ist der Sprung zur Insel Spetzes als Tagestörn möglich und damit der Kreis um den Argolischen Golf geschlossen.

In fast allen Häfen bekommt man Wasser (teilweise direkt an der Mole, teilweise auch per Tankwagen, wobei das Wasser aus den Tankwagen oft von besserer Qualität ist als das Leitungswasser, weil direkt von einer Quelle abgezapft)– Diesel und Trockeneis (immer per Tank-Wagen)– in der nächsten Taverne oder im Laden fragen, gerne wird geholfen und die Lieferanten per Telefon herbeigeordert.

In den Häfen, z. B. Poros, Porto Heli, Nafplion und auch auf den Inseln, findet man überall Super Märkte mit dem Meisten was das Herz begehrt, wobei die Auswahl mit der Ortsgröße auch zunimmt !! Die Preise für Lebensmittel liegen im Schnitt etwas unter deutschem Niveau, wobei für deutsche Waren oft mehr als gewohnt bezahlt werden muss.

Neu ab April 1999 kurz hinter Nafplion im nächsten Ort Richtung Epidauros – ARIA - (ca 4 km vom Hafen mit dem Taxi)- ist ein LIDL Markt eröffnet mit Angeboten und Preisen fast wie in Deutschland !!!

Im Abstand von ca. 8 – 10 sm von den Küsten (teilweise auch weiter) ist einwandfreier Handy Empfang garantiert. Einige Ankerbuchten sind dagegen total abgeschnitten.

Wer kein Handy dabei hat und trotzdem telefonieren möchte sollte sich bei der Einreise gleich am Kiosk eine Telefonkarte kaufen. Kartentelefone gibt es mitlerweile selbst im kleinsten Dorf.

In einigen Gemeindehäfen werden Liegegebühren wie folgt erhoben ( Stand `99 ) 2 Gebühren.

Bootslänge x 50 x Liegetage +

Bootslänge x 75 x Liegetage + 18 % MwSt. – Beispiel: ein Boot mit 10m Länge, 2 Tage im Hafen:

10 x 50 x 2 = 1.000,-- + 10 x 75 x 2 = 1.500,-- =Zusammen 2.500,-- + 18 % MwSt. = 450,-- = 2.950,-- GRD.

Das sind pro Tag knapp 1.500,-- GRD = ca. DM 9,50 per Tag ( Wechselkurs ca. 160,-- GRD für 1,-- DM )

Das einzig negative in einigen Häfen, sind teilweise rüde Fischer, die glauben der Hafen und das Meer würde ihnen gehören und die sich manchmal auch dementsprechend benehmen. Bei ernsthafem Ärger nach der Hafenpolizei (Port Police – Limenarchio – ??µe?a????) verlangen.

Außerdem sind in den letzten Jahren einige der schönen und gut geschützten Ankerbuchten durch Fischfarmen belegt. In den meisten Fällen kann man die Fischfarmen passieren und in den Buchtenden ankern, allerdings muss man hier grundsätzlich mit leicht getrübtem Wasser durch das Fischfutter rechnen.

Wer weitere Auskünfte über das Revier wünscht, kann sich an den Autor dieses Berichtes wenden, der seit 18 Jahren in Drepanon wohnt und arbeitet (Wassersportcenter) und das Revier wirklich kennt und seit 1997 mit seinem eigenen Schiff Mitsegelchartertörns unternimmt.


veröffentlicht in Sailors world

geschrieben von : Skipper Hans – J. F. Krause – P.O.Box 44 – GR 21060 Drepanon/Argolida

oder e-mail: hanselke@naf.forthnet.gr Es wird versucht die Fragen schnellstmöglich zu beantworten.