zurück zur letzten Karte Insel Simi

Die griechische Insel Simi liegt ca. 20 sm nw-lich von Rhodos/Mandraki und ca. 5 sm vor der Einfahrt des Hisarönü-Golfes bzw. Bozburun. Sie ist, wie viele griechische Insel recht kahl, sieht man einmal von der Klosterbucht Panormittis ab, verfügt über zahlreiche Ankerbuchten und auf ihre (angeblich) 365 Kapellen und Kirchlein sind die Einwohner ganz besonders stolz. Simi hat eine lange Tradition als Schwammtaucherinsel, die Story darüber wird jeden Tag im Stadthafen von Simi den Touristen eindrucksvoll nähergebracht.
Simi dient ferner den zahlreichen Langfahrtseglern in der Türkei als "Bunkerstation" für das lang entbehrte Schweinefleisch, den herrlichen griechischen "Total"-Joghurt und griechischen Wein.
Der früher lockere, kleine Grenzverkehr wird seit Sommer 97 durch eine Schikane der EU (Aussage der griechischen Hafenmeister auf allen grenznahen Inseln) erschwert. War es früher so, dass die griechischen Hafenmeister zufrieden waren, wenn man, kommend aus der Türkei, eine Crewliste abgab und die gewünschte Aufenthaltsdauer mitteilte, so verlangt Griechenland heute, dass auch EG-Bürger neben dem ordentlichen Einklarieren ein sogenanntes Transitlog für derzeit 5000 Drachmen kaufen. Dieses Transitlog soll aber angeblich nach 6 Monaten auslaufen, dann ist ein neues fällig. Leider ändern sich hierzu ständig tatsächliche und eventuelle Vorschriften, sodass wir auch keine allgemeingültigen, dauerhaften Empfehlungen über die Vorgehensweisen abgeben können. Am besten ist es, am orientiert sich vor Ort über die tatsächlichen Gegebenheiten zu der Zeit, zu der man dort segeln will. Die Sache ist auch abhängig davon, ob man mit eigener Yacht oder einer (womöglich türkischen) Charteryacht einläuft. Individuelles abchecken tut daher Not. Im Sommer 98 ist es erneut zu einigen unerfreulichen Zusammenstössen der örtlichen Behörden mit Seglern gekommen. Chartersegler sollten also auf jeden Fall vor dem Anlaufen von Simi sich bei ihren Basen erkundigen, was zu tun ist. Langfahrtsegler, die neu ins Revier kommen, sollten sich bei den alten Hasen umhören. Tip: die deutschen Segler funken zumeist auf CH 69, die Engländer auf CH 67, Charterbasen findet man meist auf CH 73.
Die einzige Bucht mit einem totalen Rundumschutz bei jedem Wetter ist Panormittis, die Klosterbucht im SW der Insel. Aber je nach Wind findet man überall Unterschlupf an dem teilweise stark zerklüfteten Eiland.
Wie in ganz Griechenland leidet auch Simi unter Wassermangel, kommt man also von der Türkei, sollte man vorher die Tanks vollgebunkert haben. Gleiches gilt für Diesel.


(C) 1999 Karin und Friedrich Gerkhardt ( Ausschnitt aus der CD-Rom Dodekanes Inseln )

Veröffentlicht im Segelsystem Sailors World