zurück zur letzten Karte Tilos

Kommt man auf südöstlichem Kurs von Nisiros angesegelt, trifft man nach ca. 7sm auf Tilos, einen Felsklotz im Meer, der, zumindest von See aus, ausserordentlich kahl und schroff wirkt.
Bis auf einen Landstrich in der Inselmitte, der der Landwirtschaft dient, ist sie felsig. Die rund 350 Einwohner können sich auf 63qkm verteilen, leben aber hauptsächlich in den beiden Orten Megalo Khorio und Livadia.
Tilos ist ähnlich isoliert wie Kastellorizon und daher die ideale Urlaubsinsel für Ruhesuchende. So setzte sich die Hauptklientel der Touristen bei unserem Besuch aus pensionierten Engländern zusammen.
Tilos war bereits in neolithischer Zeit besiedelt, was Funde aus dieser Zeit beweisen. Im 5.Jh.v.Chr. war die Insel Mitglied des attischen Seebundes und wurde im 4.Jhrdt.v.Chr. selbständig, prägte dabei sogar eigene Münzen. Bündnisse mit Kos und Rhodos wurden eingegangen.
Eine lange römische Besatzung, von 42v.Chr. bis 1310 folgte, abgelöst durch die Johanniter aus Rhodos. Wie auch die anderen Dodekanesinseln folgte die türkische Besatzung, dann 1912 die italienische, bis 1948 die Angliederung ans griechische Mutterland durchgeführt wurde. Tilos arbeitet derzeit an einem Image als "Elefanteninsel". In einer Höhle nahe des Hafens fand man die Knochen von Elefanten zwergwüchsiger Natur, zwischen 1.20m und 1.50m. Dies wird damit erklärt, dass in grauer Vorzeit Tilos über eine Landbrücke mit Kleinasien zusammenhing und auf diesem Wege sich Elefanten ansiedelten. Als die Insel dann durch Erdbewegungen "abbrach", fanden die Elefanten nicht mehr ausreichend Nahrung und rückentwickelten sich zum Zwergwuchs, der dann auch irgendwann ausstarb. Dies versucht man nun mittels Ausstellungen und PR dem Tourismus nutzbar zu machen, wahrscheinlich locken auch die in Aussicht gestellten EU-Gelder, die dafür herhalten sollen!


(C) 1999 Karin und Friedrich Gerkhardt ( Ausschnitt aus der CD-Rom Dodekanes Inseln )

Veröffentlicht im Segelsystem Sailors World