| Militärkontrolle in St. Pauls-Harbour |
Und wieder einmal Neuigkeiten von Veligandu, die Euch vielleicht auch interessieren dürften, die ihr in dem gleichen Seegebiet rumschippert, nämlich entlang der türkischen Küste mit einigen Hopsern auf die griech. Inseln. Wir liegen heute, am 27.5.97 in St. Pauls Harbor auf der Position (1), einer zum versanden neigenden Bucht gegenüber Samos und direkt am westlichen Eingang der Samos-Strait. Von mittlerweile 3 hier ankernden Yachten waren wir die ersten, die einliefen und somit auch die ersten, die hautnah Kontakt zum türkischen Militär bekamen. Kaum geankert, pfiffen vom Ufer 2 Soldaten und gestikulierten, wir sollten mit dem Dinghi übersetzen. Eigentlich dachten wir uns, wenn die was wollen, sollen sie doch zu uns kommen. Aber dann siegte doch der eingeimpfte deutsche Gehorsam und der Skipper setzte über. Aufgrund des flachen Felsgrundes am Ufer konnte er nur einen der Soldaten aufnehmen und brachte ihn an Bord. Des Deutschen oder Englischen nicht mächtig, konnte er uns allerdings nicht klarmachen, was er denn nun eigentlich will. Also zeigten wir ihm auf gut Glück unser Transitlog, das er mit Aufmerksamkeit studierte, aber offensichtlich absolut gar nichts damit anfangen konnte. Dann servierten wir ihm den obligaten Tee, drückten ihm für seinen Freund und ihn 2 Schachteln Marlboro und 2 Büchsen Bier in die Hand und setzen ihn wieder an Land. Damit waren die Jungs zufrieden und die Sache erledigt. Nicht so einfach erging es ihnen mit der nächsten einlaufenden (deutschen) Yacht. Das Eignerpaar verkroch sich zunächst einmal im Bauch des Schiffes und reagierte gar nicht. Die 2 Türken pfiffen udn versuchten, auf sich aufmerksam zu machen. Der Eigner zeigte sich dann ein paar Mal, tat so, als kapiere er nicht, was man von ihm wolle und verschwand. Erst als einer der Soldaten sich auszog, um an das Schiff zu schwimmen (bei 18° Wassertemperatur!) und sein Kollege das MG in Anschlag nahm, liess er sein Dinghi zu Wasser und paddelte Richtung Land. Sicher ist es nicht unbedingt fördernswert, dass Soldaten die Yachties "plündern"; rechtlich fehlt für die Bakschischforderei jegliche Handhabe. Aber wir meinen, uns Seglern tun 2 Büchsen Bier nicht weh und wir sollten es uns leisten, durch Freundlichkeit das Deutschenbild auf-, statt durch Sturheit abzuwerten. Auch die dritte einlaufende Yacht (wir waren übrigens alle 3 TO-ler) musste ihren Obulus entrichten und tat dies in Form von Kuchen, Äpfeln und Cola. Danach zockelten die 2 Soldaten zufrieden ab.