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Mit dem Kat
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Törnberichte |
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Karin Gerkhardt Catamaran Veligandu |
Mit schäumenden Heckwellen verlässt "Veligandu", ein 37 Fuss-Katamaran von Prout die Seturmarina Antalya, Überwintererheimat für 2 Winter.
Der Start erfolgt notgedrungen früh, kurz vor 0600, um den langen Schlag von ca. 60 sm bis Finike möglichst ohne allzuviel Wind auf die Nase absegeln zu können. Eine wenig schöne Eigenheit der grossen Bucht von Antalya ist es nämlich, dass der Tageswind zwischen Kap Taslik und Kemer meist von Süden hereinsteht (es sei denn, man will nach Norden, dann ist es erfahrungsgemäss umgekehrt.......), was eine Motorfahrt erfordert, es sei denn, man hat ein gut kreuzendes Schiff. Dies ist nun allerdings nicht die hervorstechendste Eigenschaft unseres Katamarans und so wollen wir dem Gestampfe gegen den Wind durch frühen Start ausweichen.
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Freundschaften, Verwandschaften, sowie tägliche Fährfahrten haben ein verlässliches, zwischenmenschliches Band geknüpft. In Kastellorizon wird, nach Abgabe der Crewliste beim Hafenmeister, das lange entbehrte Schweinefleisch, der Schinken und köstlicher griechischer Wein gebunkert. Die Insel selbst lädt unbedingt zum spazierengehen und erkunden ein und kommt man abends hungrig wieder in Kastellorizon-Hafen an, so lässt man sich bei Evangelina und Savas hinter dem kleinen Dorfplatz aufs vorzüglichste bewirten.
( Mehr hierüber findet man in den CD's Türkische Küste und Dodekanes Inseln ) |
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Nächster Stop ist Kalkan, ein Hafen, der immer wieder unter schlimmsten Winterstürmen zu leiden hat, was einen wechselnden Verlauf der dann oft zerstörten Mole zur Folge hat. Mittlerweile aber ist die Aussenmole so gross und stark, dass sie wohl den nächsten Stürmen trotzen wird. Hier findet man auch die für Segler besten Plätze, nach der Einfahrt an backbord mit dem Heck zur Aussenpier. Gegenüber liegen die Gulets, Daytripper und Fischer, dahinter zieht sich das Städtchen hügelan.
Kalkan hat trotz Tourismus noch immer sehr viel Charme. Der griechische Einfluss ist an den bunten Häusern rund um den Hafen spürbar, in farbenprächtigen Lädchen bieten rührige Händler Souvenirs, Kleider, Teppiche und Schmuck feil und bei der grossen Auswahl an Restaurants, Tavernas und Bars muss kein Smutje in der Pantry schwitzen.
Der Sundowner lässt sich in Kalkan, ausser vielleicht im eigenen Cockpit, am schönsten auf der Terrasse des Yachtclubs mit Blick, sowohl auf die offene See, als auch auf das Städtchen mit den dahinterliegenden Bergen geniessen.
Bei der Weiterfahrt Richtung Fethiye, vorbei an den berüchtigten 7 Kaps teilen sich die Meinungen: sportliche Segler, die gerne gegenan kreuzen mit allem was dazugehört, schlafen aus und stehen dann ungefähr gegen 1100 vor den 7 Kaps, wo sie in den meisten Fällen eine steile Welle mit passendem Wind gegenan empfängt. "Veligandu" liebts gemütlich und verlässt daher den Hafen zur gewohnten Zeit um 0600, was ruhiges Fahren verheisst (und hält!).
Ein Abstecher nach Ölü Deniz ist Pflicht und erfüllt unerwarteterweise die hohen Erwartungen. Der Strand und die (für Yachten gesperrte) Lagune sind tatsächlich so wunderschön, wie man das nach den Prospekten erwartet. Allerdings ist der Ankerplatz davor nicht sehr sicher und so geht es weiter Richtung Fethiye.
Dieses mit Buchten gesegnete Gebiet reicht üppig für einen Urlaub und noch mehr, sodass es müssig ist, hier nun alle Buchten aufzuzählen, dies findet man viel besser in "Veligandu´s" CD-Rom . Allerdings darf niemand einfach an Fethiye und Göcek vorbei, ohne sich mit Wonne in die bunten Bazare, neu gestalteten Fussgängerzonen mit Angeboten aller Art und die Bauernmärkte (in Fethiye Dienstags und in Göcek Sonntags) gestürzt zu haben.
Ruhe findet man dann (je nach Jahreszeit allerdings) in den Buchten, die so klangreiche Namen wie Yassica Adalari, Boynuz Bükü, Sarsala Iskele oder Kapi Creek tragen.
Auf dem Weg nach Marmaris lohnt der Besuch des Dalamanflusses mit seinen berühmten Schildkröten. Das Schiff wird zu diesem Zwecke am besten in Ekincik Liman verankert und man fährt mit Einheimischen in den für Yachten ohnehin gesperrten Fluss.
Eines der touristischen Highlights sowohl für Land-, als auch Bootstouristen an der türkischen Küste ist wohl Marmaris. Chartersegler laufen zumeist die bekannte Netselmarina an, die durch europäischen Standard in Ausstattung und Preis besticht. Bei technischen Problemen verspricht Marmaris die grössten Chancen auf Hilfe, die Schiffsausrüster sind sehr gut ausgestattet, was nicht vorrätig ist, wird aus Istanbul bestellt. Über den Bazar, die Teppichhändler, die zu Hunderten am Kai liegenden Gulets, die unzähligen Tavernas und Bars am Hafen und das ganze bunte quirlige Treiben muss man nicht viel schreiben, das muss man gesehen haben, um es zu glauben. Hier empfängt den Mitteleuropäer Orient pur, beim ersten Mal inclusive Kulturschock.
Zum relaxen nach dem Hexenkessel Marmaris bietet sich sowohl das Gebiet rund Bozburun mit vielen Buchten und glasklarem Wasser oder der Hisarönügolf an, wo man zumeist auf 8-10m ankert und eine Heckleine zum Baum oder Fels ausbringt.
Gesättigt und erholt werden alsbald die Segel für Datca gesetzt, das wir allerdings wegen seiner lauten Discos nicht anlaufen, sondern weitersegeln nach Palamut.
Die hektischen Verrenkungen von Hafenmeister Said sind kein spezieller Willkommensgruss, sondern ernstzunehmende Anweisungen, an welcher Stelle man die Einfahrtsrinne zu passieren hat. Nur eine ganz schmale Furche weist ca. 2.5m Tiefe auf und lässt ein Kielschiff unbehelligt passieren. Diese Rinne liegt eher ein wenig backbords von der Mitte. Ist man ersteinmal im Hafen hat man wieder ausreichende Tiefen von 3m.
Von Palamut aus fahren wir mit dem Auto nach Knidos, was wesentlich relaxter ist, als in der Bucht von Knidos zu ankern. Bei dem bekannt miesen Ankergrund gehen während der nächtlichen Fallböen immer Yachten auf Drift, sofern sie nicht eine Boje aufpicken konnten. Aber auch die Fahrt von Palamut nach Knidos mit dem Auto ist ein Erlebnis besonderer Art, je nach Strassenzustand gewürzt mit ein bisschen Nervenkitzel wieviel Schlagloch die Stossdämpfer wohl aushalten mögen....
Die Ausgrabungen der alten Handelsstadt Knidos sind sehenswert und das Eintrittsgeld wird nutzbringend zur Pflege der Stätte verwendet. Als "Abfallprodukt" sozusagen finden sich hier an den Hängen massenhaft wilde Oreganosträucher, die demnächst unserer Bordpizza gut zu Gesicht stehen werden.
Unsere nächste Station auf dem Weg nach Norden ist der Gökovagolf. Wie schon bei den 7 Kaps sollte man das Deveboynu Kap bei Knidos möglichst früh runden, denn durch die Düse von Kos, der vorgelagerten griechischen Insel, bilden sich in diesem Seegebiet ware Wellenmonster aus W-NW. Der Gökovagolf nun, wesentlich grösser, rauher und auch ein bisschen kühler als sein kleiner Bruder Hisarönü, bietet eine Vielfalt an wunderschönen Buchten. Start- und meist auch Endpunkt für "Veligandu" ist immer die Bucht von Mersincik. Wer in der kleinen NW-Ecke dieser grossen Bucht den stets vorhandenen leichten Schwell erträgt, wird mit kristallklarem Schnorchelwasser belohnt.
Kucuk Cati, in deutschen Büchern "Stiefelbucht" genannt, bietet Natur pur auf dunkelgrünem Wasser, Kontakt zu einheimischen Fischern und Brunnenwasser an Land. Oberhalb der Bucht kann man versuchen, an der Strasse nach Datca den Dolmus anzuhalten um Proviant zu bekommen.
Die Yedi Adalari, die "7 Inseln" lohnen eine intensive Erkundung und bieten hervorragenden Schutz bei jedem Wetter. Wem in Tuzla die Nachbarschaft der Gulets nicht zuviel ist, findet hier wieder Kristallwasser , wohingegen die Bucht Kargilibuk durch Süsswassereinfluss trübe ist, was aber der malerischen Landschaft keinen Abbruch tut.
Da fällt es nicht schwer ankerauf zu gehen und gen Cökertme zu segeln, wo Freund Halil schon das kühle Willkommensbier bereit hält. Sein Vater, "Captain Ibrahim", Patron und Namensgeber der Taverna offeriert Hühnchen aus dem Holzofen und entzückt seine Gäste zu vorgerückter Stunde bei türkischer Livemusik mit seinem berühmten Säbeltanz.
Bevor man Bodrum erreicht, ist ein Badestop in der Bucht Pabuc Pflicht. Reiner Sandgrund, türkisfarbenes Kristallwasser garantieren Schnorchelfreuden. Weniger erfreulich ist, dass die natürliche Felsenküste am Ende der Bucht per Sprengung zerstört wurde, damit für die neuerbaute Feriensiedlung eine Betonmole mit Sonnenschirmen Platz fand.
Zum Besuch von Bodrum kann man entweder in die Marina gehen oder in Gümbet ankern und mit dem Dolmus in die Stadt fahren. Nach Übernahme durch Karaada ist die Marina, die sich zur Zeit im Umbau befindet, zu einer der teuersten der Türkei avanciert. Wie Marmaris ist Bodrum im Sommer ein brodelnder Hexenkessel internationalen Tourismus, aber nach den stillen Buchten ist es auch eine willkommene Abwechslung.
Weiter führt der Weg nach Norden, wo man in Gümüslük, dem "Sylt" der Türkei was den einheimischen Tourismus betrifft, eines der hervorragenden Fischlokale besuchen kann.
Der sich nördlich anschliessende Güllükgolf mit Plätzen wie Türkbükü, Salih Adasi, Asin Liman und vielen namenlosen Buchten ist ein Revier für Ruhesuchende. Nur wenige Yachten und noch weniger Gulets verirren sich hierher und so teilt man seine beschaulichen Ankerplätze mit Reihern und Fischzuchten, wobei letztere für trübes Wasser sorgen..
Für die letzten Schläge nach Kusadasi übernachten wir dicht unter dem Kap Tekagac, das nur als flacher Landstreifen aus dem Meer auftaucht. Nach den berg- und waldreichen Buchten im Gökovagolf kommt man sich , umgeben von ein paar Geröllbrocken auf dem Strand vor wie auf dem Mond. Dennoch ist dies ein sicherer Ankerplatz und, bedingt durch die exponierte Lage zum offenen Meer, etliche Grade kühler als in den Golfs.
Am nächsten Morgen geht es ankerauf Richtung Kusadasi, dem Endziel unseres Törns.
Offensichtlich hat aber Rasmus etwas dagegen, dass wir heute abend am Ziel sind, denn je näher wir uns Samos und der Samosstrasse nähern, desto mehr legt der Wind zu. Also laufen wir bei 35 Knoten auf die Nase St.Pauls Harbour an, einen Ankerplatz gegenüber der griechischen Insel Samos. Einzige Bewohner sind ein paar junge Soldaten der türkischen Militärstation, die, einsam am Ende ihrer Welt, das quirlige Samos direkt vor Augen, sich ein bisschen Ablenkung verschaffen indem sie die Yachties um Zigaretten, Bier oder ähnliches anbetteln. Obwohl wir dieses Verhalten nicht gutheissen, zumal es teilweise mit dezenter Unterstützung der Maschinengewehre vorgebracht wurde, konnten wir die armen Kerle doch auch verstehen. Eine Versetzung hierher muss in etwa einer Verbannung in ein Strafbataillon gleichkommen.
Nach windiger Nacht mit heulendem Rigg stolpern wir im Morgengrauen gegen den Norder durch die ruppige Samosstrasse und erreichen nach Stampffahrt nass aber zufrieden Kusadasi.
Näheres darüber, sowie alle Ankerbuchten und Häfen dieser Strecke findet man auf "Veligandu´s" CD-Rom "Türkische Küste von Antalya bis Kusadasi", geschrieben im Internetformat. Sie beinhaltet mehr als 200 Pläne, 3200 Farbbilder, viele Insiderinfos und die besten Ankertips, Preis 98,--DM zuzügl. Nachnahmegebühr.
Internetdemo: www.toernplaner.com
Fax-BestellNr. in Deutschland: 069 25577031