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VELIGANDU`sMallorca Info: Ankerplätze und Buchten |
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Wie schon im ersten Teil, Häfen und Marinas, gehen wir im Uhrzeigersinn, ausgehend von Palma, rund Mallorca. Dies ist eine höchst subjektive Darstellung und spiegelt nur die Erfahrungen der Veligandu-Crew. Der nachfolgende Text soll weder ein Hafenhandbuch ersetzen, noch erhebt er Anspruch auf Allgemeingültigkeit. Er ist nur ein Info von Seglern für Segler!
Vorbemerkung
Da wir Mallorca lieben, kann unser Bericht teilweise rosa gefärbt sein, aber eines soll ganz deutlich vorangestellt werden: die Buchten der Balearen sind traumhaft, aber
gefährlich
, wer also aus den sicheren Buchten des östlichen Mittelmeeres kommt, oder die Schwachwindregion des Ionischen Meeres gewohnt ist, der sei gewarnt: man muss
immer
darauf gefasst sein, dass mitten in der Nacht der Wind und die Welle drehen und in die, am Abend noch so sichere Bucht stehen. Dann muss Schiff und Crew fit genug sein, auch mitten in der Nacht ankerauf zu gehen. Wir haben es speziell 1995 mehr als einmal erlebt...
Palma bis Cabo Blanco
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Cala Pi
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Cala Pi bis Colonia St. Jordi
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Cala Antegora
Cabo des Salinas bis Cala d`Or
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Cala Llombards, Cala Figuera und Cala Mondrago
Porto Pedro
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Cala d`Or bis Porto Colom
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Porto Colom
Cala Algar
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Porto Colom bis Porto Cristo
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Cala Barcas
Porto Cristo bis Cala Ratjada
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Cabo Pera bis Cabo Farrutx
Cabo Farrutx bis Cabo del Pinar
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Cabo del Pinar bis Cabo Formentor
Cabo Formentor bis San Telmo
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San Telmo bis Cabo de la Figuera
Cabo de la Cala Figuera bis Palma
Fazit
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Landausflüge
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Die gesamte Küste bietet bestenfalls Tagesankerplätze, einige schöne Stellen gibt es zwischen Torrent de la Regana und Cabo Blanco, an denen man bei ruhigem Wetter einen Badestop einlegen kann. Zum übernachten segelt man weiter Richtung Ostküste, deren Supercalas (Cala=Bucht) mit der berühmten Cala Pi beginnen.
ist im Sommer hoffnungslos überlaufen. Die Schiffe können nicht mehr frei ankern, es gilt Anker und Heckleinen. Segler aus dem östlichen Mittelmeer kommend werden sich hier gleich heimisch fühlen. Die Cala selbst ist lang und schmal, Schutz ist zweifelhaft, Freunde von uns haben die Pi schon als gnadenlose Mausefalle erlebt, aus der sie ohne Hilfe bei Einfall von Starkwind nicht mehr herausgekommen wären. Landschaftlich sehr schön, allerdings, wie schon erwähnt, rummelig! Es gibt ein Restaurant, Supermarkt, sogar eine Apotheke, Ferienappartements etc. etc.
Man segelt an traumhafter Küste entlang: azurblaues Meer, weisse Dünenstrände, speziell der Superstrand Es Trenc, eingerahmt von dunkelgrünen Pinienwäldern. Vor Es Trenc kann man sehr gut zum baden ankern, die Übernachtung würden wir allerdings zwischen Isola Gabina und Isola Redona empfehlen. Man liegt am besten gleich hinter Isola Redona, unterhalb des weithin sichtbaren Hotels bei Colonia St. Jordi.
Achtung:
bei der Ansteuerung unbedingt auf die diversen Untiefen achten!! Im Gegensatz zu der Ansteuerung von Es Trenc gibt es hier einige recht fiese Steinfelder......
Weitere schöne Ankerplätze findet man östlich von Colonia St. Jordi, zwischen Isola Guardia und Isola Moltona. Auch hier Achtung vor den Untiefen!
Wunderschöne, wenig besuchte Bucht, da oftmals Schwell reinsteht. Wenn das Wetter es zulässt - unbedingt mal ansehen!
Eine Vielzahl kleinerer Buchten, die jeder, abhängig natürlich von Schiffsgrösse und Mut selbst erkunden muss. Die grösseren, Cala Marmolls und Cala S`Amonia sind nicht übel, allerdings muss man im Einzugsgebiet von Cala d`Or ständig mit Flybridgekapitänen rechnen, die offenbar gegen Generatorenlärm immun sind........
sind zu berühmt, um noch ruhig zu sein. Man findet manchmal einen Ankerplatz, wie immer auf guthaltendem Sandgrund, allerdings ist der landwärtige Rummel enorm.
ist sowohl Hafen (Marina) als auch Ankerbucht. Ankern kann man a. in der Einfahrt an steuerbord, nur bei absolut ruhigem Wetter, b. hinter der Einfahrt steuerbords. Hier ist das Hauptankerfeld, allerdings bekam dieses bei uns das Prädikat "Schlechtester Ankergrund Mallorcas" Es handelt sich um Felsplatten, leicht mit Kraut bewachsen. Man kann davon ausgehen, dass wir, da wir fast ausschliesslich ankern, wissen, wie es geht, aber hier kämpften wir 2 (!) Stunden mit allen Tricks, mit Bügelanker und Fortressanker und schafften dennoch kein richtig befriedigendes Ergebnis. Die beste Lösung war dann noch, eine Heckleine zu der unter Land liegenden, freien Boje zu setzen. Das Gefährliche hier sind eigentlich die Urlaubssegler, die nach unseren Erfahrungen mit dem ankern zu sorglos umgehen und dann nachts auf Drift gehen können. C. kann man auch backbords der Einfahrt ankern, der Grund scheint hier mehr aus Sand zu bestehen; allerdings hat hier ein Club Med sein Domizil, d.h., tagsüber herrscht zuviel Rummel durch Surfer, Jollensegler, Schwimmer und Schnorchler.
sind beides sowohl Häfen als auch Ankerplätze. Cala d`Or´s Buchten eignen sich, wenn man denn überhaupt Platz findet, als Tagesankerplätze. Sie sind die idealen Studienorte um menschliche Sardinen am Strand zu bestaunen........ Dazu kommt, dass dieser Hafen mehr ein Motorboot-Eldorado ist, d.h. die Boote jagen morgens raus, düsen in dem Bezirk bis (südlich) Cala Santany und (nördlich) bis Calas de Mallorca herum, mit all den unangenehmen Begleiterscheinungen, die wir Segler so lieben (Nahes vorbeipreschen, Generatorengedröhne in den Buchten etc.) Nette Motorbootfahrer mögen mir verzeihen, ich lasse mich gerne vom Gegenteil überzeugen.
Fahrtensegler`s first choice zum sicheren ankern auf Mallorca!! Um es vornweg zu sagen: der einzige Nachteil dieser Supernaturbucht ist das trübe Wasser, zum baden ist es also absolut nichts (für meinen Geschmack!) Ansonsten aber ist das der Ort, wo man als Ankerfreak so richtig relaxen kann. Der Grund ist schwarzer, stinkender Schlamm, der hält wie Beton. Ich glaube, nicht einmal einem absoluten Anfänger würde es hier Schwierigkeiten bereiten, sicheren Halt zu finden. Wir ankern immer backbords nach der Einfahrt, da wir hier schnell auf unserer bevorzugten Tiefe von 1.2 - 1.5m landen, also tiefergehende Schiff aufgepasst, es nimmt landwärts rapide ab. Selbst wenn aber mal einer aufbrummt, passieren kann nichts, der Grund ist überall schlammig ohne Fels. Porto Colom half uns so manchen Sturm sicher und komfortabel abzuwettern, ohne gleich in die Wegelagerer von Marinas zu müssen. Wenn wir hier ankommen, haben wir jedes Mal ein "Heimkomm-feeling". Ankern kann man eigentlich überall im Hafenbecken, natürlich auch steuerbords oder voraus der Einfahrt, das ist jedem selbst überlassen und abhängig vom Tiefgang. Als Alternative und sozusagen Kombipaket zum sicheren übernachten bietet sich als Tagesankerplatz die
an. Speziell zum schnorcheln findet man hier eine wunderschöne Unterwasserwelt mit verschiedenen Fels- formationen, Pflanzen und Fischen. Mitten in der recht kleinen Cala findet man einen relativ grossen Sandfleck wo der Anker gut hält. Die Cala ist sehr offen und wirklich nur bei ruhigem Wetter als Badecala gedacht, wenn man in Porto Colom ankert.
Diese Region wird
Calas de Mallorca
genannt und ist
die
Buchtenküste schlechthin. Allgemein gilt: der Grund ist meist gut haltender Sand, das Wasser kristallklar, die Fauna dürftig, aber das ist, bis auf Cabrera, in diesen Gewässern wohl nichts Neues!. Calas mit Strassenanbindung sind naturgemäss im Sommer überlaufen, bei anderen findet man noch ruhigere Ankerplätze, da sich an Land nur die Tapferen und Robinson-Crusoe-Erprobten durchgeschlagen haben. Übernachten konnten wir 1995 hier, so unglaublich das klingt,
kein einziges Mal
aufgrund des bereits erwähnten, wechselhaften Wetters. Die Calas sind alle offen, bis auf Cala Murada, aber auch sie bietet keinen sicheren Schutz.
ist die Lieblingsbucht unserer Kinder, genannt die "Piratenbucht". Auch hier flutscht der Anker von selbst in den Grund, man kann wohl jedes Sandkorn auf dem Boden erkennen und als Spezialität obendrauf gibt es eine, mit dem Dinghi zu erkundende kleine Höhle, innerhalb der Bucht, also auch machbar für Kids ohne Elternbegleitung, was den Reiz natürlich enorm hebt. Die 2 kleinen Strände, getrennt durch eine kleine Felsennase runden die Cala zum Land hin sehr schön ab
Wer feinsten Puderzuckersand liebt, dem sei die Cala Anguila empfohlen. Selbst in den Wintermonaten, wo überall sonst Berge von Tang auf den Stränden liegen, fanden wir hier einen supersauberen Strand mit dem zartesten Sand, den man sich vorstellen kann. Allerdings ist auch diese kleine Cala nur ein Tagesankerplatz bei absolut ruhigem Wetter, da total offen!
In Porto Cristo ankert man vor dem örtlichen Strand gar nicht mal schlecht, allerdings ist nicht sehr viel Raum zum Schwojen. Dennoch eine äusserst brauchbare Alternative, sollten Stadtkai (günstig) voll und die Marina zu teuer sein.
Die sich nördlich anschliessenden Buchten bis Cala Ratjada sind m.E. landschaftlich zwar noch schön, aber teilweise nicht so reizvoll wie in Calas de Mallorca. Ausprobieren! Ganz schlimm finden wir die Baie de Arta, mit anderen, populäreren Worten, Cala Millor, nach El Arenal deutsche Hochburg für Massentourismus. Hier kann man noch die Sünden der Hochhausära bestaunen, die Architektur (?) verschandelt die schöne Land- schaft, dass es einen graust. Ab dem Cabo del Pinar del Reig dominieren dann wieder Einzelhäuser, teilweise recht gewagt an die Steilküste "geklebt", aber schön anzusehen.
Bis Cala Ratjada findet man in Cala Moll oder Cala Petruscada noch ein paar einigermassen brauchbare Anker- buchten, das Wahre sind sie allerdings nicht. Es folgt dann der Hafen Cala Ratjada und als Ankerbucht, östlich vom Hafen, ein recht gut gegen Nord und West geschützter Ankerplatz, allerdings mit Kraut bewachsen!
Eine Übernachtung kann man hier m.E. höchstens in der Cala Molto wagen, dort aber südseemässig!! Das Farbenspiel des Wassers changiert von tiefblau über türkis bis hellblau, der Grund hält gut und der Rummel spielt sich hauptsächlich in der Nachbarbucht, Cala Guya, ab. Cala Molto wird von FKK-Anhängern besucht, abends ab 17, 18 Uhr hat man vollends seine Ruhe, aber wie gesagt, hält sich auch tagsüber der Rummel in Grenzen.
Die weitere Küste bis Cabo Farrutx ist sehr schön, aber nur was zum tagsüber ankern. Da mit nördlichen Winden immer zu rechnen ist, kann von einer Übernachtungsmöglichkeit hier nicht ausgegangen werden
oder auch
Bucht von Alcudia
ist riesig und absolut offen, bietet aber dennoch einige brauchbare Ankerplätze. Zunächst einmal hält man sich nach dem Kap Farrutx, welches im übrigen eine rechte Wetterecke ist und für mancherlei Überraschungen gut, Richtung Süden. Nach ca. 2 sm sieht man dann backbords eine kleine Cala, auf der Karte mittels "Campingplatz" gekennzeichnet. Allerdings kann man die paar Camper, die sich tatsächlich hierher verirren, vergessen. Man kann ankern, oder aber an den kleinen Anleger gehen, wobei es sich hier empfiehlt für die eigenen Voraussetzungen (Tiefe) vorher mit dem Dinghi eine Erkundungsfahrt zu machen. Weiter Richtung Colonia St. Pedro, wo z.Zt. ein Hafen entstehen soll, über Can Picafort Richtung Puerto Alcudia. Vor dem kilometerlangen, längsten Strand von Mallorca kann man für Badestops immer und überall ankern, allerdings steht bei Can Picafort immer die höchste Brandung, falls Schwell in die Bucht steht. Die nächste Übernachtankermöglichkeit bietet sich neben Alcudiamar auf dickem Kraut. Vorsicht: im ganzen Jahr 1995 schlierte uns nur ein einziges Mal der Anker und das war hier, am letzten Tag der Saison, bevor wir für den Winter in den Hafen gingen. Die beste Möglichkeit ist, runterzutauchen und unsanft nachzuhelfen, dass der Anker es schafft, durch das Kraut zu kommen!! Dann aber ist der Ankerplatz durchaus o.k., da die Hafenanlagen Schwell wegnehmen.
Von Alcudia nach E bieten sich beim Leuchtturminselchen Aucanada sehr gute Ankermöglichkeiten auf gut haltendem Grund. Allerdings finden sich hier auch einige Felsplatten, Tripleine also nicht vergessen! Schnorchler können sich dann sehr gut zwischen "Festland" und Aucanadainselchen tummeln, das Wasser wird hier sehr seicht. Weiter Richtung Cabo del Pinar haben wir, gleich hinter Cabo Menorca was ganz was Feines für uns entdeckt (als wir ankerten waren wir ganz alleine, leider ist unser "Geheimtip" mittlerweile schon längst von den ach so beliebten Glasbottombooten und Sangriadampfern entdeckt worden, aber die bleiben ja Gottseidank nie länger als 15 Minuten): Coll Baix. Die offene Bucht kann ausschliesslich bei sehr ruhigem Wetter tagsüber genutzt werden. Der Strand steigt sehr schnell steil an, beim "anschwimmen" krabbelten wir den Rest auf allen Vieren an den Strand. Aaaber: unter Wasser offenbart sich Schnorchelerlebnis vom Feinsten! Hier gibt es doch tatsächlich noch Fische! Und sie haben sogar angebissen......
Auch diese Ecke, die
Bucht von Pollensa
ist gespickt mit schönen Ecken. Eine davon, Cala del Pinar, soll angeblich von einem etwas merkwürdigen Häuslesbesitzer eifersüchtig bewacht und mittels Bojen gegen Ankerlieger abgesperrt sein. Wir haben versucht, das auszutesten. Allerdings war die Ecke an dem Tag so voll, dass wir vorher abdrehten und Richtung Puerto Pollensa weitersegelten. Vorher kommen aber noch Cocodrilo, ein kleiner, feiner Hafen mit einer noch kleineren Einfahrt. Für eine dicke Katze wie uns nur an ruhigen Tagen zu empfehlen. Davon abgesehen ist er innen auch nicht gerade gross, aber schön, wie gesagt. Vor Puerto Pollensa´s Strand kann man ankern, es gibt dort meherere Dauerlieger, teilweise Charterboote der (deutschen) Segelschule, sowie 2 Katamarane. Nächste Möglichkeit ist neben dem Hafen, vor dem Ort. Allerdings hauen dort bei Mistral enorme Fallwinde rein, die mit Affengeschwindigkeit die steilen Berge runtergerast kommen. Uns gefällt es am besten auf dem Ankerplatz neben dem Leuchtturm, unterhalb des alten Forts.
Vorsicht
: der Grund ist zwar bewachsener Sand, aber es gibt Unterwasserhügel, die sehr abrupt ansteigen, also nicht zu dicht unter Land ankern ohne ausreichende Ortskenntnisse. Wegen des Krauts muss der Anker sorgfältig eingefahren werden, dann allerdings hält der Grund gut, wir haben hier einen 8er gemütlich abgewettert!
Eine weitere Ankermöglichkeit ist die Bucht unterhalb des Luxushotels "Formentor", die wahrscheinlich wegen dieser illustren Nachbarschaft so gesucht ist. Für unsren Geschmack ist der Ankergrund zu mies, auch hier findet man Felsplatten, der Anker greift nicht gut. Zum ruhigeren Schlafen empfiehlt es sich, vor Pollensa zu ankern.
Eine landschaftlich atemberaubende, für den Skipper aber unwirtliche Küste! Kommt ein Mistral (und das tut er oft!) dann ist hier die Hölle los. Der einzig sichere Ort an der ganzen Küstenlinie ist dann Puerto de Soller. Alle Ankerplätze sind unsicher und mehr was für den Badestop, es sei denn, man ist sich des Wetters absolut sicher! Eine sehr schöne Bucht öffnet sich hinter Cabo Formentor, die Cala Figuera, in der man bei ruhigem Wetter auch mal übernachten könnte. Alles weitere entlang der Küste ist wunderschön aber völlig offen. Ansehen sollte man sich unbedingt die berühmteste Bucht Mallorca`s, Cala Sa Calobra, zu der im Sommer Tausende und Abertausende Touris mit Bussen die berühmten Haarnadelkurven runtergekarrt werden. Vielleicht wirkt sie ja von Land durch den ausgewaschenen Flusslauf, der hier endet und die wildromantische Schlucht so aussergewöhnlich. Von See aus muss ich sagen, kann man als Segler bessere und vor allem ruhigere Buchten entdecken. Aber das ist, wie so vieles, reine Geschmacksache.
Puerto de Soller bietet ein paar wenige Hafenplätze und gut haltenden Ankergrund als einziger Schutzhafen an der NW-Küste. Weiter geht es durch die Bucht von Deya (Strandschauplatz der Fernsehserie "Hotel Paradies"), die Bucht von Valldemossa (wo man das zinnenbewehrte Häuschen von Michael Douglas bewundern kann), vorbei an den hängenden Gärten von Banyalbufar Richtung San Telmo. Diesem Fischerörtchen gegenüber liegt Isla Dragonera, die sich schon lange und lauthals vorher durch Möwen- geschrei ankündigt. Es gibt dort eine riesige Brutkolonie, Dragonera soll, genau wie es Cabrera schon ist, unter Naturschutz gestellt werden. Es gibt an der E-Seite 2 schöne Ankerplätze, allerdings nur was für ruhiges Wetter. Ausserdem sind die Möglichkeiten begrenzt, da wenig Schwojplatz, ggf. Landleine.
Freier und mit Platz liegt man auf guten Ankergrund (Sand) vor San Telmo, wir fanden es am besten zwischen dem grossen und dem kleinen Strand.
An Land einer der teuersten Abschnitte der Insel finden wir den Abschnitt um Porto Andraitx wenig reizvoll von See aus. Wir sind mehrere Male daran vorbeigesegelt und ankerten dabei sowohl im Vorhafen von Porto Andraitx (ankern im Hafenbecken ist verboten, auch wenn es in manchen Führern nicht drinsteht, die Fischer reagieren ausserordentlich ungnädig, wenn man in ihrem Ranigerradius ankert), als auch vor dem Strand von Sta. Ponsa, wobei dieser Ankerplatz eine sehr gute Alternative zur teueren Marina Sta. Ponsa darstellt.
Die grossen Buchten vor Camp de Mar und Cala Fornells fanden wir rein gefühlsmässig für eine Übernachtung zu unsicher. Ist vielleicht nicht angebracht, war aber halt so ein Gefühl aus dem Bauch heraus. Einen Ausflug wert ist allerdings die kleine Cala Monjo, wo man herrlich schnorcheln kann.
In Cala Penas Rojas befindet sich der neue Hafen El Toro, der einen retortenmässigen Charme ausstrahlt. Davor in der Bucht ist ankern auf Sand ebenfalls möglich.
Ein nervenzerfetzendes Erlebnis ist die Durchfahrt zwischen Isola Toro über die Banco de Ibiza. Der Grund steigt von (für`s Auge) unendlich tief rapide auf ca. 2m an. Fährt man nun in diesem kristallklaren Wasser darüber hinweg, so erscheinen die Felsen urplötzlich unmittelbar unterm Bug, grausig, aber schön!
Rundet man nun das Cabo de la Cala Figuera, so sollte man die an Backbord auftauchende Cala Portals unbedingt besuchen. Sie hat, wie die meisten anderen auch, wunderbaren Sandgrund und türkisfarbenes Wasser, bietet guten Schutz und ist somit auch eine Übernachtungsbucht. Wir lagen hier sogar einmal bei Starkwind aus E (!) obwohl sie eigentlich nach E offen ist. Natürlich war es eine fürchterliche Ankernacht, aber mehr ungemütlich, denn gefährlich (nichtsdestotrotz sind wir am nächsten Morgen beim ersten Hahnenschrei abgehauen...)
Bevor man dann über Puerto Portals, vor dessen Nobelhafen man auch ankern kann und über Cala Mayor Palma erreicht, gibt es noch eine reiche Anzahl von Ankermöglichkeiten, zumeist hinter kleinen Inselchen, die man bei gutem Wetter nutzen kann. Allerdings muss ich sagen, ist dies, zumindest für uns nicht erste Wahl, da hier, im touristisch hoffnungslos überlaufenen Süden die Unkultur von Jetbooten, Wasserskirowdies und was der technischen Errungenschaften mehr sind, ein gemütliches ankern nahezu unmöglich macht. Aber auch das, wie so vieles, muss jeder selbst entscheiden.
Zum wirklich sicheren ankern bietet sich auf Mallorca nur Porto Colom an. Es gibt massenhaft schöne Buchten mit wirklich ausgezeichnetem Ankergrund ohne Bewuchs(von dem ich z.Zt. in der Türkei träume....) aber alle sind absolut abhängig vom Wetter, da immer in irgendeiner Richtung offen und zugänglich für Schwell. Allerdings hat man ja nun die freie Auswahl und, bei gewissenhafter Planung unter Einbeziehung möglichst aller zur Verfügung stehender Wetterberichte, immer genug Zeit, eine Ausweichcala anzulaufen.
Aufgrund der wirklich billigen Mietautos (ab ca. 30,-- DM pro Tag, km unbegrenzt) sollte man es nicht versäumen, unsere Trauminsel einmal im Inneren zu erkunden. Ob man sich die allgemeinen "Highlights" wie die Perlenfabriken von Manacor (die sowieso bald umziehen....) oder die Likörfabriken oder SaCalobra antun muss weiss ich nicht und das ist dem einzelnen selbst überlassen. Was sich aber bestimmt lohnt, ist eine Fahrt über die (NW)-Küstenstrasse mit atemberaubenden Ausblicken, ist Deya und das Hinterland von Soller, sind Kap Formentor und das Nationalheiligtum der Mallorquiner, Kloster Lluc. Wir finden diese Gegend immer wieder zum niederknien! Wenn man dann schon mal bei Kloster Lluc in der Ecke ist, sollte man unbedingt den Lammbraten im "Escorca" ausprobieren. Dies ist ein uriges Lokal, seitlich der Küstenstrasse zwischen Pollensa und Soller, von Pollensa kommend hinter der Abzweigung zum Kloster Lluc (aber immer noch auf der Küstenstrasse!), direkt mit der Hinterwand an den Fels drangebaut. Bitte nicht durch die Touribusse, die wahrscheinlich davorstehen werden, verunsichern lassen, der Lammbraten ist butterzart! Auch was urwüchsiges und nur mit spanisch zu bewältigen, ist der Celler Sa Sini in Santa Maria. Der Arroz brut (nein, das ist kein "trockener" Reis, sondern eine Art Reissuppe nach Oma`s Art, die jedes Mal anders ausfällt, je nachdem, was die Saison bietet) schmeckt toll, aber auch Pizza ist dort o.k. und preislich angemessen.
Eine andere, landschaftlich ebenfalls tolle Ecke ist Colonia St. Pedro ( das blauweiss gestrichene Hafenrestaurant ist Spitzenklasse!) mit seinem grandiosen Ausblick auf die gesamte Bucht von Alcudia. Die Ostküste macht für meinen Geschmack von See mehr her, lohnend sind aber die Cuevas del Drach (Drachenhöhlen) in Porto Cristo, auch wenn`s dort rummelt.Wer kleinere Kinder hat kann sie sicher im Safariland bei Cala Millor entzücken. Man fährt im eigenen Auto (bei geschlossenen Scheiben, die Affen sind sehr aggressiv) durch einen Safaripark mit afrikanischen Tieren (inkl. Affen, Giraffen, Gnus, Büffeln, Flamingos etc.) die alle frei umherlaufen.
Dies sollte nur ein kleiner Anreiz sein und vielleicht eine Hilfestellung für "Erstlinge", die doch mal auf die "Putzfraueninsel" neugierig geworden sind. Übrigens sollte keiner den Denkfehler machen und aufgrund des Massentourismus deutsch oder englisch als Selbstverständlichkeit voraussetzen. Die Mallorquiner sind sehr höflich und hilfsbereit, aber auch teilweise distanziert. Grosses Sprachtalent ist sicherlich nicht ihr Ding, selbst bei Akademikern wie Ärzten oder Apothekern ist englisch buchstäblich ein Fremdwort und wird nicht gesprochen. Ein paar Brocken spanisch sind also nicht nur angebracht, sondern vonnöten! Zudem gibt es z.Zt. starke mallorquin-nationalistische Strömungen, die das dem katalanischen verwandte Mallorquin propagieren, das man sich ungefähr als Mischung zwischen spanisch, französisch und arabisch vorzustellen hat (noch Fragen.......?) Wer Lust auf mehr hat, oder aber spezielle Fragen , der setzt sich mit Veligandu, die z.Zt. in der Türkei überwintert in Verbindung.