|
Sorbas, Ouzo und das Mee(h)r
|
Sailors
Törnberichte |
|
Karin Gerkhardt Catamaran Veligandu |
Blauer Himmel, kristallklares Wasser, kubische, weissgetünchte Häuser und grünbeschattete Tavernas am Strand - das ist Griechenland und genauso lockt es Jahr für Jahr zum Törn in seinen Gewässern.
Auch Katamaran Veligandu , sonst seit 3 Jahren eher in türkischen Gewässern beheimatet, um die dortigen Revierschönheiten mittels CD-ROM, Türkische Küste von Antalya bis Kusadasi dem interessierten Segler näherzubringen, erlag in 1998 der Faszination und klarierte aus für Griechenland!
Schiesslich sollte der o.g. CD-ROM nun in diesem Jahr eine griechische Schwester folgen, ausserkorenes Revier, die Dodekanes !
Um der Wahrheit die Ehre zu geben, ein Grossteil war dabei auch Flucht vor der im Hochsommer schier unerträglichen türkischen Hitze, die sich, allerdings bei gleichzeitig wesentlich höheren Beaufortzahlen, in den griechischen Inseln wesentlich besser ertragen lässt.
Wir klarieren also eines schönen Julitages in Datca im türkischen Hisarönügolf aus und richten unsere Bugspitzen gen Nisiros, einer wunderschönen, nahezu quadratischen Insel südlich von Kos. Das Wetter ist gut, ein leichter Wind verspricht ruhiges segeln hochan.
Gemächlich und mit notwendiger Motorunterstützung tuckern wir an der grünen türkischen Küste vorbei. Mit der Gemütlichkeit ist es spätestens am Kap Knidos vorbei: der Wind, natürlich auf die Nase, wie auch sonst (!) frischt auf und zeigt uns mit 28 Knoten was eine Harke ist. Die ruppige steile See, die am Knidoskap sowieso berüchtigt ist, lässt die Schiffsbewegungen auch nicht angenehmer werden. So beginnt ein mühsames vorkämpfen gegen den sommerlichen Norder Richtung Griechenland. Wir kennen Nisiros und so melden sich erste Bedenken gegen den Hafen Paloi an. Die Insel verfügt sowieso nur über 2 Häfen, Mandraki und Paloi, beide an der Nordseite, beide ab Nordwinden über 6 Bft. schlichtweg unbrauchbar. So fanden wir auch, nach mühsamer Stampferei gegenan, unseren Lieblingshafen Paloi mit brechenden Seen vor der schmalen Hafeneinfahrt vor, die ein passieren unmöglich machten. Für diese Enttäuschung wurden wir allerdings mit einem zauberhaften Ankerplatz ein paar Seemeilen nördlich von Nisiros, vor der Bimsabbauinsel Yali mehr als entschädigt. Die gegen Norden sehr gut geschützte riesige Ankerbucht hielt uns wie weiland Circe denn auch gleich für einige Tage gefangen.
Am erstaunlichsten war der Temperaturunterschied zur türkischen Küste: hatten wir einen Tag zuvor in Orhanyie an Dogan´s Steg noch Lufttemperaturen von über 35° und Wasser über 31°(!), so konnten wir uns hier an diesem Traumankerplatz in 25° kühlem Wasser herrlich erfrischen und mussten abends dem strammen Meltemi im Jogginganzug trotzen!
Aber auch der stärkste Norder wird mal schwach und so konnten wir kurze Zeit später in den Hafen von Paloi verlegen und unsere lange geplante Inselrundfahrt in Angriff nehmen.
Nisiros besuchen bedeutet in jedem Fall auch, sich ein Mofa zu leihen (gleich an der Hafenfront) und den berühmten Vulkan in Augenschein nehmen. Auch das kleine Dorf Nikia und das Kloster Panajiatis Kiras in 450m Höhe sind einen Besuch wert, auch wenn man bei dem Kloster das Gefühl hat, dort wurde eine Taverna errichtet und zur Rechtfertigung derselben hat man schnell ein Kloster(chen) nebenan gebaut......
Nach Schwefeldämpfen und den ersten, in der Türkei lang entbehrten gegrillten Schweinekoteletts in Paloi lockt Kos, die Insel des Hippokrates und nach Rhodos und Karpathos die Drittgrösste des Archipels.
Koshafen ist nicht unbedingt ein Traumtip unter Seglern, eigentlich zu Unrecht, wie wir finden. Wir besuchten ihn für unsere CD-ROM und fanden ein rundes, mit Palmen gesäumtes Hafenbecken, umrahmt von Cafés, Tavernas und kleinen Geschäften, geschäftig aber nicht unerträglich laut. Vielleicht trägt zu dieser Verbesserung auch die Direktive des Tourismusamtes von Kos bei: um eben diesen Hafen wieder interessanter für die Segler zu machen, wurden nächtliche Fahrverbote entlang der Wasserfront erlassen und den Einheimischen die enorme Bedeutung eines freundlichen Lächelns klargemacht.....
Um die Insel per Auto zu erkunden verlegen wir in die noch immer infertige "Kos-Marina", ein Hafenbecken 1 sm östlich von Kosstadt. Man hat dort weder Wasser, noch Strom und in einem strammen Norder würde ich in dem ohnehin schwelligen Becken auch nicht liegen wollen, aber bei derzeit ruhigem Wetter ist es ganz o.k. und kostet nichts!
Kos mit dem Auto zu erkunden ist eine lohnende Sache. Wir sind überrascht vom Grün im Inselinneren und geniessen einmal von Land aus die herrlichen Aussichten über endlose Sandstrände, speziell an der Nordseite, ein Eldorado für Strandläufer. Die Surfer fühlen sich wohl in der Südwestecke bei Kamari. Dort herrscht immer ausreichend Wind für einen guten Ritt mit dem Brett. Aber auch der Segler ist trotz Wind gerade bei Nordlage hier gut und geschützt aufgehoben. Ist man schon mal in dieser Ecke, so sollte ein Besuch des malerischen Inselchens Kastri und der Basilika Ajos Stefanos unbedingt auf dem Plan stehen, genauso wie die Fahrt zum Kloster Ajios Ioannis, das 8 km entfernt vom südlichsten Ort der Insel, Kefalos, an der Südspitze der Insel gelegen ist.
Nach einem Abstecher in Pserimos, in deren überlaufener Hauptbucht man bestenfalls spät am Abend Ruhe und ein Ankerplätzchen finden kann, geht es nach Kalmynos , der berühmten Schwammtaucherinsel. Früher fanden die Männer von Kalymnos reiche Gründe direkt vor der Haustür. Diese Zeiten sind längst vorbei, wenn überhaupt muss zum schwammtauchen heute die lange Anreise bis an die nordafrikansiche Küste in Kauf genommen werden. Besser und sicherer leben die Leute von Kalmynos heute vom Tourismus, der sich in Vathi, Kalymnosstadt und an der Westküste manifestiert. Vathi , der enge Buchtschlauch an der Ostseite ist sehenswert, aber für den Segler auch eine kitzlige Sache! Eigentlich hat man schon genug damit zu tun, seinen Anker in der Schlucht einigermassen sicher auszubringen, auch ohne dass die wasserskiziehenden Motorböotchen für zusätzlichen Stress sorgen! Wie dem auch sei, die Taverna am Steg geniesst landesweiten Ruf und wir kennen etliche Türkeilangzeitsegler, die extra wegen dieser Taverna den Törn nach Kalymnos unternehmen!
An der Westküste entlang reihen sich bezaubernde Dörfchen mit geschickt in die Landschaft integrierten Hotels und Appartementanlagen. Die vorgelagerte Insel Telendos hat ihren ganz eigenen Charme und sollte keinesfalls links liegengelassen werden.
Alle Dodekanesinseln sind nur kurze Distanzen voneinander entfernt und so richten sich Veligandu´s Bugspitzen auch schon bald in die Einfahrt der grossen Bucht Lakki auf Leros.
Hier nun sei gleich am Anfang eine ausdrückliche Warnung ausgesprochen: bevor man in den Hafen einläuft, öffnet sich an backbord eine wunderschöne grosse Ankerbucht, die zum baden einlädt. Wir haben weder in Handbüchern noch in Karten, seien es nun deutsche oder griechische das Riff (!) gefunden, dass im nördlichen Drittel Richtung Lakki mitten in der Bucht prangt! Man rechnet bei einer Badebucht ja schliesslich nicht damit und so stand auch bei uns kein Ausguck vorne. Ohne den warnenden "Stop"Schrei des Skippers des englischen Katamarans "Irene VL" sähe unser Unterwasserschiff heute wahrscheinlich nicht mehr ebenmässig aus.....
Lakki ist einen Besuch wert! Man kann direkt vor dem Hafen ankern oder man geht in die Marina, wo man teils mit Mooring, teils mit eigenem Anker festmacht. Bitte unbedingt den diesbezüglichen Anordnungen des Hafenpersonals Folge leisten, bei Zuwiderhandlung, das heisst bei benutzen des eigenen Ankers noch im Mooringgebiet ist ein Tauchereinsatz fast unumgänglich.....Bitte bunkern Sie auch kein Wasser in Lakki, es sei denn, sie haben einen reinen Brauchwassertank: es ist brackig und ungeniessbar. Sein Trinkwasser bekommt man besser per Kanister oberhalb des Hafens an einer Quelle. Die genaue Lage sowie viele andere wertvolle Tips entnimmt man der Broschüre, die der Hafenmeister für die Segler bereithält.
Ein weiterer wertvoller Tip lautet Mopedverleih!! Gehen Sie am Hafen entlang bis zum letzten Kreisverkehr. Direkt hierbei hat ein älterer, einarmiger Herr seinen Mopedverleih, wo man die absolut und unschlagbar günstigsten Mopeds im ganzen Archipel leihen kann: sind die Standardpreise bei 3000 Drachmen/Tag (in Patmos darf man sogar bis zu 4500 zahlen) so verlangt er 1500 Drachmen am Tag! Also, nicht lange gezögert und per Moped die wunderschöne und noch nicht so überlaufene Insel Leros erkundet!
Nach mehreren Besuchen im riesigen neuen Supermarkt von Lakki geht es weiter nach Panteli und Platanos dem Hauptort der Insel, dessen hoch über der Bucht thronende Burg man gesehen haben sollte.
Nach Rummel und Menschen bieten sich einsame Ankerplätze in Archangelos, nördlich von Leros, oder Lera, unser absoluter Supertip des ganzen Reviers, auf Lipso.
Lipso ist eine verschlafene, kleine Insel nördlich von Leros, ein Eiland, das den Tourismus gerade erst für sich entdeckt (und dazu hoffentlich noch recht lange braucht.....)
Am Ankerplatz Lera im Süden der Insel liegt man bei Meltemi absolut sicher, dreht der Wind einmal auf Süd, bietet Lipsostadt genügend Schutz.
Noch idyllischer und ruhiger wird es im nördlichen Anschluss an Lipso, auf Arki , einem kleinen Inselchen mit traumhaften Ankerplätzen. Wir wollten speziell den Ankerplatz Maratho erkunden, Arki gegenüber liegend. Laut Aussagen von Seglern sollte dies ein lauschiger, einsamer Flecken Erde, bzw. Wasser sein. Gross allerdings war unsre Enttäuschung angesichts der Tavernas, unvermeidlichen Daytripper und des Transitorradiogeplärres...... Viel schöner, wenn auch nicht so bekannt fanden wir dagegen Port Stretto auf Arki, wo wir das Discogedudel gegen das Gebimmel von Schafsglöckchen eintauschten .....
Nach ruhigen Ankernächten kann man sich dann, gestärkt von Mutter Natur wieder in den Rummel stürzen und der heisst Patmos .
Die Insel der Apokalypse und des heiligen Johannes wird tagtäglich von Massen von Touristen überflutet, die per Daytripper von anderen Inseln oder sogar mit grossen Kreuzfahrerschiffen angekarrt werden. So ist es kein Wunder, dass von der beschaulichen Ruhe früherer Tage und der selbstverständlichen Freundlichkeit der Einheimischen nicht mehr viel zu spüren ist. Money rules könnte heute eher die Devise lauten, was einen, da man es ja vorher weiss, nicht davon abzuhalten braucht, die Festung zu besuchen, die schon von weitem dem Segler als Landmarke dient.
Die strahlendweisse Chora von Patmos mit dem Kloster ist allemal beeindruckend und sollte unbedingt im Törnplan Beachtung finden.
Den spätsommerlichen, leichteren Meltemi ausnutzend segeln wir mit herrlichem achterlichen Wind nun wieder zurück über Kalymnos und Kos zu unserer Lieblingsinsel Nisiros.
Vom schon bekannten Nisiroshafen Paloi geht es gemütlich nur unter Genua nach Tilos , einer verschlafenen Insel, die allzuoft und völlig zu Unrecht von den Seglern gemieden wird. In der grossen Bucht des Hafens Livadia lässt sich gut ankern, wir empfehlen nicht, an den Anleger zu gehen. Ankern Sie vor dem Strand mit langer Leine zum Baum oder zur Mauer mit den Löchern, nahe bei der Kirche. So können Sie dem nächtlichen leichten Schwell getrost entgegensehen, der hier unter dem Schiff längs durchlaufen wird, wohingegen die Schiffe an der Pier quer gebeutelt werden.
Ausflüge bieten sich an in den imposanten Hauptort Megalo Chorio und seine ihn überragende Burg, sowie ins Kloster Agios Panteleimonos.
Man kann sich auch die Funde der Zwergelefanten betrachten, auf die ein findiger Tourismusbeauftragter einen neuen Boom gründen möchte, indem er Tilos kurzerhand als "Insel der Elefanten" verkauft!
Tatsächlich aber hat Tilos von einem neuen Boom noch nichts mitbekommen, sie ist derzeit das bevorzugte, ruhige Urlaubsparadies für ältere Menschen, das Hauptkontingent stellen die Engländer.
Nichtsdestotrotz ein schöner Abstecher von der Hauptroute und wenn man dann abends in einer der kleinen Tavernas am Strand sitzt, sein sanft sich wiegendes Schiff beobachtend Original Weihenstephaner Weissbier schlürft (!) während im Hintergrund leise Sirtakimusik sich mit Zikadengesang mischt, dann ist das Griechenlandurlaub pur!
Wesentlich hektischer, aber wunderschön ist Simi , eine zauberhafte Insel direkt vor der türkischen Küste. Bei der Einfahrt in den Hafen von Simi bietet sich eine traumhafte Kulisse: venezianisch anmutende, in Pastellfarben gestrichene Häuser ziehen sich amphitheatermässig den den Hafen überragenden Berg hoch. Man tut gut daran, soweit wie möglich ans Ende des Hafens vorzustossen, der Ankergrund wird besser, je weiter man nach hinten kommt! Ausserdem ist man dem Schwell der grossen, täglich einlaufenden Fähren nicht so ausgesetzt. Simi ist Rummel pur, sobald sich die Fähre ankündigt: etwa 10 Minuten vor ihrer Ankunft bricht inden Geschäften Hektik aus: Schwämme und Muscheln, T-Shirts und Kappen, Kräuter und Gewürzöle werden auf Tische gepackt und harren der Massen,die das kaufen sollen. Vom eigenen Cockpit aus sitzt man in der ersten Reihe und kann dem bunten Treiben ebenso wie den lautstarken mehrsprachigen Vorträgen eines geschäftstüchtigen, ehemaligen Schwammtauchers genüsslich folgen. Legt die Fähre, die hauptsächlich von und nach Rhodos fährt, nach ca. 2 Stunden wieder ab, wird alles wieder zusammengepackt und der Hafen versinkt in beschauliche Siesta.... bis zur nächsten Fähre.
Simi bietet viele gut geschützte Ankerplätze; der beste vom Standpunkt der Sicherheit ist für uns Panormittis , die Klosterbucht im Süden der Insel. Allerdings muss man sicher sein, dass es der Anker geschafft hat, durch das enorm dicke Kraut zu kommen, um sicher zu greifen. Auch hier kann man sich in wohldosierten Happen am Tourismus erfreuen: wie ein Bienenschwarm fallen gleichzeitig 4-5 Tragflügelfähren, sogenannte Flying Dolphins ein, heftigst begrüsst vom Klosterglöckchen, dass sich schier zur Ekstaste bimmelt, um die Gäste publikumswirksam zu begrüssen. Allein dieses Spektakel und natürlich das bekannt gute Brot des (leider unfreundlichen) Klosterbäckers ist einen Besuch in Panormittis, neben der Besichtigung des berühmten Klosters selbst, wert
Bevor wir uns auf den Riesen Rhodos stürzen, geniessen wir zuerst noch die Ruhe der von Rhodos westlich gelegenen Inseln Chalki und Alimnia .
Alimnia ist eine verlassene Insel, man ankert in der Hauptbucht vor der menschenleeren Ortschaft. Das erste, was auffällt ist, dass die Wohnhäuser verfallen sind, die 2 (!) Kirchen des Minidörfchens aber gepflegt und funktionsfähig erscheinen. Wir ankern direkt hinter der Huk, auf der eine kleine Kirche steht. An Land werden wir sofort freundlichst vom Inselführer begrüsst, er schnurrt schon vor Wohlbehagen, endlich wieder Gäste zu haben und trabt, ganz stolzer griechischer Kater, mit zitternden Schnurrhaaren voraus!
Wer den atemraubenden Aufstieg zum alten Kastell auf sich nimmt, wird mit einem traumhaften Ausblick auf das Meer und die umliegenden Inseln belohnt. Hobbyfotografen werden ob der Bilder völlig aus dem Häuschen geraten!
Leider ist die einzig brauchbare Bucht auf Alimnia auch bei passender, nördlicher Windlage nicht ganz schwellfrei und so ziehen wir es am nächsten Tag vor, nach Chalki , der bewohnten Nachbarinsel zu segeln.
Der Hafen von Chalki wirkt wie eine kleinere, ärmere Ausgabe von Simi. Auch hier dominieren die pastellfarbigen Häuser, auch hier ziehen sie sich wie ein Amphitheater den Hang hinauf. So wie bereits bei Maratho entspricht auch Chalki keinesfalls mehr den Beschreibungen in dem von uns benutzten Hafenhandbuch. Von ruhig und nur einmal pro Woche mit einer Fähre gesegnet kann keine Rede mehr sein. Es ist ein ständiges Kommen und Gehen von Ausflugsbooten aus Rhodos, sowie richtig grossen Fähren! So kann man auch nicht mehr an der Hafenmole anlegen, sondern wird von den Fischern barsch in die "Marina" gejagt, einen Schwimmpontoon, der zerfällt, bevor er überhaupt einer ordentlichen Funktion zugeführt werden konnte. Die zwar vorhandenen Elektrosäulen haben sicherlich noch nie Strom geführt, ebensowenig gibt es Wasser und die tiefen Löcher sind zu nächtlicher Stunde auf dem unbeleuchteten Steg lebensgefährlich. Aber dennoch mangelt es dem ganzen nicht an einem gewissen Charme und so gucken wir uns die Sache 2 Tage in Ruhe an, bevor es heisst "Leinen los für Rhodos "
Die grösste Insel der Dodekanes und viertgrösste Griechenlands liegt dicht vor der kleinasiatischen Küste. Wie sagte ein befreundeter Segler so schön "Man muss es lieben oder hassen, dazwischen ist nichts" Nun, wir liebten es. Vollgstopft mit Vorurteilen wie laut, dreckig, schwellig, total überlaufen kamen wir nach einem langen schönen Segeltag von Chalki kommend in Lindos an. Diese wunderschöne Naturbucht an der Ostseite von Rhodos sollte am besten wirklich nur in der Vor-oder Nachsaison angelaufen werden. Wir besuchten die Bucht und die Stadt im September und fanden es traumhaft. Nach etlichen schwelligen Nächten auf diversen Inseln der Dodekanes fanden wir hier absoluten Schutz gegen den vorherrschenden Wind, kristallklares Wasser, gut haltenden Sandgrund und ein atemberaubend schöne kleine Stadt, gekrönt von der wuchtigen Burg! Der Bummel durch die mosaikgepflasterten Strässchen ist ein Genuss. Die Burg allerdings besuchen Sie bitte entweder ganz früh oder am späten Nachmittag, wenn auch der letzte der Reisebusse wieder abgefahren ist. Ansonsten erlebt man wirklich nur Stop and Go und das mindert den Kunstgenuss doch gewaltig!
Krönung ist dann Rhodos Stadt. In Mandraki einen Stegplatz zu bekommen gleicht einem Sechser im Lotto. Bringen Sie starke Nerven mit und seien Sie auf Ankersalat genauso gefasst wie darauf, dass Sie.sofern Sie nicht hier gechartert haben, von den Vercharterern erstmal überall verscheucht werden. Haben Sie es aber geschafft, in einem der 3 Becken ein Plätzchen zu ergattern und noch keinem Nervenzusammenbruch nahe zu sein, dann erwartet Sie eine der schönsten Städte des Mittelmeeres mit unendlich vielen Unterhaltungsmöglichkeiten: Museen, Ausstellungen, Kirchen,Klöster, Naturschönheiten überall auf der Insel, dann Bars, Cafés, Restaurants, Nachtclubs.....langweilig wird Ihnen hier sicherlich nicht!
Nach herkömmlicher Meinung wäre nun eigentlich Schluss, gäbe es da nicht noch die Inseln Kassos, Karpathos und Kastellorizon.
Kassos/Karpathos empfehlen wir nicht, bei Bergen von 1214m Höhe, ungenügenden Ankerplätzen und brutalsten Fallböen bis Orkanstärke ist Segeln hier nicht die reinste Freude und sollte nur den Freaks vorbehalten bleiben, die es nicht anders wollen. Natürlich können Sie auch mal Glück mit dem Wetter in dieser Ecke haben, aber warum das riskieren?
Schliesslich gibt es ja noch das sanfte Schlusslicht Kastellorizon , ein vergessener griechischer Wachposten vor der türkischen Küste, vor Kas .
Noch vor wenigen Jahren zum Sterben verurteilt, regt sich heute in Kastellorizon wieder neues Leben. Die verfallenen Ruinen werden verstärkt von nach Australien ausgewanderten Griechen aufgekauft und renoviert, was nicht nur dem Aussehen guttut, sondern auch wieder Leben in die Gässchen und Tavernas bringt. In Kastellorizon kann man das Schiff entweder in den Hafen legen oder in die Nachbarbucht vor dem Friedhof, von wo es ein schöner kleiner Spaziergang über den Berg wiederum in die Hafenbucht ist.
Hinter dem kleinen Platz direkt an der Wasserfront haben Savas und Evangelina ihr Restaurant. Fragen Sie doch bei den beiden einmal nach einer geführten Dingitour zu der Höhle, wo die Seelöwen leben, ein unvergessliches Erlebnis, aber unter Beachtung des Natur-und Tierschutzes bitte nicht auf eigene Faust!
In Kastellorizon beschliessen wir nach einer wunderschönen Wanderung über die Insel im Café Paris bei den besten Pommes frites des Mittelmeeres und eisgekühltem Retsina diesen Dodekanestörn.
Wenn es Ihnen Spass gemacht hat, uns dabei zu folgen und Sie gerne mehr Infos, auch über alle ca. 120 Häfen- und Ankerplätze haben möchten, dann besuchen Sie uns doch einmal unter www.terranautic.net/sailorsworld und sehen sich unsere Revier CD-ROM´s sowohl über die 20 Dodekanes Inseln , als auch über die Türkische Küste von Antalya bis Kusadasi an. Im Internet auf unseren Seiten surfen Sie in unseren Demoversionen und können auch Kontakt zu uns aufnehmen, wir würden uns freuen!
Karin Gerkhardt , Catamaran Veligandu