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DMC-Reisen Mühlbauer Deutsches Mitsegler Centrum |
Die rauschende Bugwelle zeugt davon, daß unsere Segelyacht gute Fahrt macht. Sanft wiegt sich der elegante Rumpf durch die karibische See - der nächsten Tropeninsel entgegen.
Das Revier für unseren sportlichen Segeltörn ist die Inselwelt der Virgin Islands - genauer gesagt: Die British Virgin Islands wollen wir bereisen. Sie liegen eine halbe Flugstunde östlich von Puerto Rico. Die BVI´s, wie sie kurz genannt werden, das sind etwa 60 Inseln und Eilande, die sich um den Sir Francis Drake Kanal scharen.
Zuerst wurde das Archipel von den Arawak- und von den Carib-Indianern besucht, später dann kamen spanische, holländische und französische Entdecker, denen wiederum Siedler und diverse Piraten folgten. Heutzutage verhilft das Flugzeug in wenigen Stunden zum karibischen Traum. Nur wenige Yachttouristen nehmen die Strapazen (und den Zeitaufwand) einer Atlantiküberquerung auf dem Boot auf sich - die große Segler-Mehrheit chartert sich eine Segelyacht - vornehmlich in einer der Marinas von Road Town, der Metropole auf der Hauptinsel Tortola. Oder sie mieten sich ihre Koje auf einer der unterschiedlichsten Yachten, die eine Crew an Bord haben. Mitsegeln heißt dann die Devise.
Wir haben uns für eine gecharterte Yacht entschieden - für eine mehr als 15 Meter lange Oceanis 510, die wir über die Augsburger Charteragentur DMC-Reisen Mühlbauer - Deutsches Mitsegler Centrum - für 2 Wochen angemietet haben. Diese sportliche Yacht bietet in 5 Doppelkabinen - jede mit separater Toilette - Platz für maximal 10 Personen. Trotz ihrer imposanten Größe läßt sich unsere Yacht von 2 bis 3 Seglern mühelos bedienen, sodaß durchaus auch Einsteiger in den Segelsport bei einem Törn wie diesem problemlos mitsegeln können. Die an Bord notwendigen Handgriffe zum segelsetzen, steuern und ankern können spielend während des Urlaubstörns erlernt werden.
Das Urlaubs-(er)-leben auf einer Yacht bringt große Vorteile: Man ist mobil und kann hinfahren wohin man will - die Abhängigkeit von Fähren oder Flugzeugen entfällt. Das eigene Appartement ist immer mit dabei - kühle Drinks stehen im Kühlschrank parat, heißer Kaffee ist schnell aufgebrüht und sogar ein komplettes Abendessen kann an Bord zubereitet werden! Aber natürlich nur, wenn man ausnahmsweise keines der landestypischen Restaurants aufsuchen will. Das Beste am Yachturlaub aber ist, daß das leidige Umziehen von Hotel zu Hotel beim Insel-Hopping völlig entfällt.
Unser Tagesablauf sieht zum Beispiel so aussehen: Am Vormittag in Road Town einzukaufen, dann ein 2-stündiger Segeltörn nach Peter Island. Den Mittagsimbiss mit frischen Mangos nehmen wir an Bord ein - nach ausgiebigem Schnorcheln am Riff vor der Insel. Nachmittags gleiten wir in weiteren 2-3 Stunden zur nächsten Ankerbucht, und am Abend genießen wir auf der Terasse von Pusser´s Landing einen leckeren Longdrink .
Manche Urlaubssegler, die des Segelns (noch) nicht so mächtig ist, oder die das Revier nicht kennen, nehmen sich einfach einen einheimischen Skipper mit an Bord. Der ist dann für die Schiffsführung zuständig. Gleichzeitig gewinnen sie einen hervorragenden Kenner der Region an Bord für die schönsten und interessantesten Plätze. Unser Skipper war schon mehrere Male in diesem interessanten Segelrevier unterwegs - er kennt sich hier aus!
Unser zweiwöchiger Segeltörn beginnt in Road Town. Diese Stadt liegt an der Südküste Tortolas. Hier wohnt etwa die Hälfte der gesamten Bewohner der BVI´s. Unsere Yacht, eine über 15 Meter lange Slup (Einmaster), liegt bereits auslauffertig am Steg. Wir müssen nur noch im Supermarkt um die Ecke einkaufen gehen, unsere wenigen Klamotten verstauen, den Boots-Eincheck mit dem Leiter der Charterbasis machen, und schon können wir auslaufen.
Zurück am Steg bleiben unsere stressigen Jobs, die Strapazen des 12-stündigen Fluges, die stehende Hitze in der Stadt und im Yachthafen, und die Zweifel, ob das erste Ablegemanöver mit der großen Yacht auch klappen wird. Es klappt.
Draußen vor dem Hafen weht der beständige Passatwind, der uns sofort die Segel setzten und den brummenden Dieselmotor stoppen läßt. Beschwingte Urlaubsstimmung breitet sich aus, als der Kurs nach Virgin Groda anliegt, wir nur von Windkraft getrieben zügig vorankommen und die selbstgemixte Pina Colada auf dem Tisch im Cockpit auf uns wartet.
Die Passage durch das Riff in den Gorda Sound bleibt hinter uns - wir angeln uns eine der Gästebojen vor dem Bitter End Yacht Club an Virgin Gorda´s Ostspitze. Dieses elegante Urlaubs-Resort bietet nicht nur den Hotelgästen, sondern auch dem Segler allen Hotel-Service. Und auch wir laben uns am abendlichen warmen und kalten Buffett mit karibischen Köstlichkeiten. Wer vom Segeln auf der großen Yacht noch nicht genug hat kann sich hier eine Segeljolle oder ein Surfboard ausleihen und die Lagune erforschen.
Am anderen Ende der Insel wartet eine geologische Besonderheit auf unseren Besuch: The Baths - Eine Ansammlung von gigantischen Felsbrocken, zwischen denen ein schmaler Trampelpfad zu kleinen Pools und Grotten führt. Ideal zum schwimmen und schnorcheln!
Am Osterwochenende findet auf der gesamten Insel Virgin Gorda ein großes Musikfestival statt. Salsa- und Merengue-Bands kommen von den Nachbarinseln zusammen und aus jeder Kneipe tönt lautstarke Musik zum abtanzen. Auf dem Dorfplatz stehen rund um eine Bühne Buden für Getränke und kleine Snacks. Und ab 10 Uhr abends beginnen die Musiker den tanzbegeisterten Einheimischen einzuheizen. Nur wenige Touristen mischen sich hier unter die Insulaner, somit bleibt der ursprüngliche Charakter des Festes erhalten. Morgens um sieben dann werden Lautsprecher und Musiker auf Lastkraftwagen verfrachtet und die Parade - der große Umzug durch die Straßen der Insel - beginnt: Mit voller Open-Air-Lautstärke fahren die Bands auf den Wagen voran - hinterher folgen hunderte von tanzende Insulaner im Schlepp - ein toller Ostermontag-Morgen! Unsere Crew beschließt: "Bitte nicht jeden Tag so wecken!"
Einen Vorteil hat´s: Wir sind schon früh wieder auf See. Zeit genug, um das berühmte und gut erhaltene Wrack des 1867 in einem Hurricane gesunkenen Postdampfers "Rhone" zu erschnorcheln. Es liegt an der Westküste von Salt Island - einer kleinen Insel, in deren Lagune auch heute noch Meersalz gewonnen wird. Schnorcheln ist mittags am besten, denn da steht die Sonne am höchsten und bringt die ganze Unterwasser-Farbenpracht bei Fauna und Flora voll zur Geltung. Nach dem Schnorchelgang reicht die Zeit sogar zu einem kleinen Nickerchen am Strand.
Nachmittags queren wir den Sir Francis Drake Kanal hinüber an das Westend von Tortola, nach Soper´s Hole, einem Schmuckstück von Ankerplatz im Archipel.
Zur "Happy Hour" sitzen wir bei Pusser´s Landing auf der Terrasse und schlürfen eiskalten Painkiller - eine Longdrink-Spezialität für standfeste Seebären. Zum Abendessen gibt es feine Sachen vom Grill auf der Terasse im ersten Stock.
Die Firma Pusser´s ist zum einen eine Rum-Destillerie, zum andern eine Kette von Restaurants und Pubs. Schließlich gibt es noch den Pusser´s Company Store mit Souvenirs, Nautiquitäten und schicken Klamotten. Auch wir decken uns reichlich damit ein.
Unser nächstes Ziel, die Koralleninsel Anegada, läßt sich aus der Entfernung nur schwer ausmachen, denn sie ist nicht mal 10 Meter hoch, wohl aber 30 Kilometer lang und rundum mit scharfkantigen Riffen nur so gespickt. Mit dieser Schwierigkeit des rechtzeitigen Erkennens hatten auch die früheren Seefahrer zu kampfen: Weit in den Ozean reichende gefährliche Korallenriffe und unbestimmbare Meeresströmungen - über 300 Wracks sind die Zeugen mißlungener Navigation.
Bei der Annäherung verfärbt sich das Wasser vom tiefblau des tiefen Ozeanes nach hellem türkis - ein Zeichen, daß reiner Korallensandboden nur wenige Meter unter unserem Kiel liegt. Nach der engen und trickreichen Riffpassage liegen wir ruhig in der Lagune und erfrischen uns bei einem ausgiebigen Bad. Mrs. Soares, die Wirtin von Neptune´s Treasure, serviert uns abends den mit Abstand besten Lobster, den wir jemals gegessen haben.
Anegada ist ein Paradies für Schnorchler und Taucher. Die Riffe erstrecken sich rund um die Insel und ragen kilometerweit ins Meer hinaus. Für die Liebhaber einsamer Strände und eines abgelegenen Feriendomizils ist es hier ideal. Auch die Flamingos wissen die Abgeschiedenheit zu schätzen und haben sich in den Lagunen der Insel niedergelassen.
Unsere Yacht und wir lassen uns durch die Tage treiben - treiben vom angenehmen Wind von Insel zu Insel, von Bucht zu Bucht. Wir entfachen ein Lagerfeuer im Korallensand der Deadman Bay auf Peter Island, essen auf dem Restaurant-Schiff William Thorton rustikal zu abend, das in der Westbucht von Norman Island - "The Blight" - verankert liegt.
Pelican Island ist ein prima Tages-Ankerplatz zum schnorcheln, in der Trellis Bay an der Ostspitze von Tortola treffen sich die Weltumsegler bei der Happy Hour zum Klönen.
Zwei Wochen Urlaub sind einfach zu wenig, um all die Schönheiten der British Virgin Islands eingehend zu erforschen. Zwei Jahre wären da schon besser.
| Beratung und Buchung: |
DMC-Reisen Mühlbauer
Deutsches Mitsegler Centrum Kurt-Schumacher-Straße 71 86165 Augsburg 0821-71 11 -24, fax -26 mobil 0171-36 97 127 |
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